1931 bis 1936

1931

Im verflossenen Vereinsjahr fanden 8 Vereinsversammlungen statt, da war die Jahreshauptversammlung am 21. Januar, außerdem noch 7 Monatsversammlungen. Die Vereinsfestlichkeit feierte der Verein im verflossenen Jahre am 14. Januar. Am 22. März veranstaltete der Verein seine Kohl- und Pinkelfahrt nach Oberende (Albers Gasthof).
Leider hat der Verein auch den Tod eines langjährigen Mitgliedes zu beklagen. Am 25. Februar starb unser Vereins- und Ehrenmitglied Herr Fr. Netzel aus Worpswede im fast vollendeten 77. Lebensjahre (siehe innere Buchseite). Am 2. März wurde er zur letzten Ruhe bestattet. Der Verein gab seinem toten Sangesbruder das letzte Geleit und sang einige Lieder. Ehre seinem Andenken!
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Die im Jahre 1931 an den Verein ergangenen Einladungen vom Turnverein "Eiche" Neu St. Jürgen und Umg. zum Jugendturnfest verbunden mit Weihe einer Fahne am Himmelfahrtstage, 14. Mai, und zur 100-Jahr-Feier der Heimburger Liedertafel und 91. Sängertag der Vereinigten Norddeutschen Liedertafeln am 16. und 17. Mai in Nienburg musste der Verein aus wirtschaftlichen Gründen ablehnen.

Am Volkstrauertag sang der Verein in der Kirche die Lieder: "O lasst sie ruhn, die tapferen Helden" und "Wenn ich einmal soll scheiden".

Am 26. April fand hier in Worpswede eine Tagung des Handwerkerbundes des Kreises Osterholz statt. Der Verein trug durch den Vortrag einiger Lieder des Festes bei.

Pfingsten, das liebliche Maienfest nahte. Nach alter Tradition versammelte man sich auf dem Findorffberg, um einige Lieder zu singen und um einige frohe Stunden zu verleben.

An den beiden Hauptfesttagen des hiesigen Schützenvereins nahm de Verein geschlossen am Festzuge mit Fahne teil.

Am 18. Oktober nahm der Verein seine regelmäßigen Übungsabende wieder auf, am 17. Dezember feierte der Verein seine Weihnachtsfeier, und bald verkündeten die Sylvesterglocken ein neues Jahr - 1932.

Zum Schluss eine Übersicht über die Mitgliederzahl des Vereins.
Eingetreten sind im verflossenen Jahre 3 Mitglieder, ausgetreten 5, verstorben 1 Ehrenmitglied, so dass der Verein zu Beginn des neuen Jahres 30 aktive, 10 passive und 1 Ehrenmitglied zählt.

Möge auch im neuen Jahre das deutsche Lied in unserem alten "Concordia" eine rechte Festtagestätte finden, denn:
"Das deutsche Lied ist unser Hort, hoch wollen wir"s halten immerfort!".

Heinr. Behrmann (Schriftführer)
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1932

Im verflossenen Vereinsjahr fanden 7 Versammlungen statt, davon 6 Monatsversammlungen und die Jahreshauptversammlung am 10. Februar 1932. Der Besuch der Singabende war im verflossenen Jahre nicht besonders gut, so dass der Verein wegen zu geringer Beteiligung beschloss, im Vereinsjahr 1933 von einer Festlichkeit Abstand zu nehmen.

Im verflossenen Jahr fand die Vereinsfestlichkeit am 20. Januar statt. Der Besuch an dem Festabend war befriedigend und die Darbietungen ernteten reichen Beifall. Folgende Chöre brachte der Verein zu Gehör:
1. "Trennung" von Marschner
2. "Mein jung frisch Herz" von W. Wost
3. "Erlaube mir feines Mädchen", Volkslied
4. "Der Zauber" von Wohlgemuth
5. "Feldeinsamkeit" von Wendel
6. "Heimweh" von Heim
7. "Heissa zur Linde" von Löffler
8. "Jägers Lust"
Anschließend folgte das Theaterstück "De Freewarwer", ein Buernstück von Friedrich Freudenthal.

Leider hat de Verein auch im verflossenen Jahre den Tod eines Mitgliedes zu beklagen, das in der Blüte seines Lebens plötzlich aus unseren Reihen gerissen wurde, Herr Jakob Winter aus Worpswede. Der Verein gab seinem verstorbenen Vereinskameraden das letzte Geleit und sang am Grabe und in der Kirche. Ehre seinem Andenken!

Im letzten Jahre fand in Frankfurt am Main das 10. deutsche Sängerfest statt. Leider konnte der Verein der Einladung nicht Folge leisten.

Am Volkstrauertag sang der Verein "Die Linde", "O lasst sie ruhn, die tapferen Toten" und "Wie sie so sanft ruhn".

Am Mittwoch vor Pfingsten stellte der Verein seine regelmäßigen Übungsabende ein. Nach alter Tradition versammelten sich die Mitglieder am Pfingstmorgen, 6 Uhr, auf dem Findorffberg, um einige Lieder zu singen und um im Kreise trauter Sangesbrüder einige frohe Stunden zu verleben.

Im Januar fand dann noch ein Ausflug zum Sangesbruder E. Gartelmann statt. Im Oktober nahm dann der Verein seine regelmäßigen Singabende wieder auf. Der Besuch war von jetzt ab gering.

Die wirtschaftliche Notlage des Volkes hemmend und störend auf jede Vereinstätigkeit.

Am 19. Dezember feierte der Verein im Vereinslokal beim Lichterglanz des Weihnachtsbaumes seine Weihnachtsfeier. Nur noch etwa 14 Tage, und die Sylvesterglocken verkündeten ein neues Jahr - 1933.

Zum Schluss noch eine Übersicht über die Mitgliederzahl des Vereins. Eingetreten ist im verflossenen Jahr 1 Mitglied, ausgetreten 7 Mitglieder, so dass der Verein zu Beginn des neuen Vereinsjahres 24 aktive, 11 passive und 1 Ehrenmitglied zählt. Verstorben 1 Mitglied.

Möge im kommenden Vereinsjahr der Geist der Zusammengehörigkeit neue Kraft finden in unserem "Concordia", der uns immer mehr zusammen schließt zu einer unzertrennlichen Sängerschaft und Sängerschar, denn:
"Da bin ich gern, wo frohe Sänger weilen, denn schöner kann"s ja nirgends sein!"

Heinrich Behrmann (Schriftführer)
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1933

Der Besuch der Singabende war im großen und ganzen nicht gerade als besonders gut zu bezeichnen. Erst zu Beginn des Herbstes wurde die Beteiligung reger.
Infolge des Anfangs des Jahres schwachen Besuchs der Singabende wurden diese bis nach Osten ausgesetzt. Vor Pfingsten wurde noch an 2 Abenden geübt.

Am Pfingstmorgen fand dann das übliche Singen auf dem Berge statt, wozu sich die Sangesbrüder zahlreich eingefunden hatten. Nach dem Singen blieben die Sangesbrüder dann noch einige vergnügte Stunden beieinander.

Die anlässlich der letzten Jahreshauptversammlung festgelegten Singabende fanden bei den Sangesbrüdern D. Poppe, Hinr. Haar und im "Kaffee Worpswede" statt.

Von der Abhaltung einer Vereinsfestlichkeit im Winter 1932/33 wurde besonderer Umstände halber abgesehen.

Der Verein beteiligte sich anlässlich des Volkstrauertages sowie der Einweihung der Gedenktafel des Kriegervereins Worpswede.

Anfang August verließ uns unser bisheriger Dirigent Herr Wilhelm Viebrock infolge seiner Versetzung nach Flögeln bei Bederkesa. Herr Viebrock hat den Verein während 12 Jahre geleitet und man kann ohne Überhebung sagen, dass er den Verein während seiner Dirigentschaft auf gesanglich hohe Stufe gebracht hat. Aus Dankbarkeit ernannte ihn der Verein anlässlich der Dezember-Monatsversammlung zu seinem Ehrendirigenten.

Die Verwaisung des Dirigentenpostens dauerte glücklicherweise nicht allzu lange. Denn in anerkennenswerter Weise übernahm bald Herr Lehrer Höper, Worpswede, die musikalische Führung des Vereins.

Wie eingangs bereits gesagt, wurde die Beteiligung an den Singabenden nunmehr wesentlich reger. Zu wünschen wäre, dass nach Möglichkeit immer alle Sangesbrüder zu den Singabenden erscheinen, um dem Herrn Dirigenten auch im Erscheinen dessen Freude an der musikalischen Leitung des Vereins zu erhöhen.
Herr Höper hat sich schnell mit den im Verein herrschenden Sitten und Gebräuchen vertraut gemacht, wünschen wir ihm eine lange und zufrieden stellende Reihe von Jahren die Führung des Vereinsschiffes als Dirigent.

Die Winterfestlichkeit 1933/34 fand gemeinsam mit dem Gemischten Chor-Worpswede statt. Infolge Zusammenballens von Festlichkeiten kamen die Vorstände beider Vereine überein, in diesem Jahre zusammen zu feiern. Der Abend verlief in harmonischer Stimmung.
Beide Vereine warteten mit ihren neu einstudierten Liedern auf. Der MGV trug die Lieder "Schön ist die Jugend", "Kapitän und Leutenant" und "Nachtwandler" vor, die von den Festteilnehmern mit hellem Beifall aufgenommen wurden und auch eine gute Kritik fanden.
Von der "Weyerbarger Speelsellschop" wurde das Theaterstück "Dideck schall freen" mit allerbestem Erfolge aufgeführt.

Über den Mitgliederbestand ist zu berichten, dass der Verein nunmehr
1 Ehrendirigenten
1 Dirigenten
1 Ehrenmitglied
28 aktive Mitglieder
5 passive Mitglieder
zählt.
Möge uns das Vereinsjahr 1934 nur Gutes und ein weiteres Emporblühen auch unseres lieben Männergesangvereins "Concordia" bringen.

Blendermann (Schriftführer)
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1934

Im verflossenen Jahre fanden statt:
1 Jahreshauptversammlung am 31. Januar 1934
6 Monatsversammlungen.

Gesungen wurde an 22 Abenden. Einige Singabende mussten wegen zu schwacher Beteiligung leider ausfallen.

Es muss immer wieder die Mahnung ausgesprochen werden: Liebe Sangesbrüder kommt doch regelmäßig und pünktlich! Ein Gesangverein kommt gesanglich nie auf die Höhe, wenn sich die Mitglieder nicht zur Pflicht machen, unbedingt zu erscheinen. Da sind Ausnahmen selbstverständlich infolge Verhinderung, Krankheit etc. immer entschuldbar. Es muss nur der feste Wille zum Kommen vorhanden sein.
In diesem Zusammenhang sei bemerkt, dass bekanntlich eine Liste der anwesenden Sangesbrüder geführt wird. ... Darum bemühe sich ein jeder, dass er für das laufende Jahr an erster Stelle marschiert.

Besondere Veranstaltungen haben im Jahre 1934 nicht stattgefunden. Die Winterfestlichkeit 1933/1934 ist bereits im letztjährigen Bericht erwähnt. Ferner fand noch die für den 18. Februar beschlossene Kohl- und Pinkelfahrt nach Sangesbruder E. Gartelmann, Umbeck statt, die zur vollsten Zufriedenheit aller Teilnehmer verlief sowie das übliche Pfingstsingen. Zu anderer Zeit ist der Verein öffentlich nicht aufgetreten.

Es sei noch erwähnt, dass am 10. Dezember die Weihnachtsfeier in althergebrachter Weise gefeiert wurde.

An Mitgliedern zählt der Verein z. Z.:
1 Ehrendirigenten
1 Dirigenten
1 Ehrenmitglied
27 aktive Mitglieder
4 passive Mitglieder (Ende 1934)

Blendermann (Schriftführer)
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1935

Im verflossenen Jahr fanden statt:
1 Jahreshauptversammlung am 13.3.1935
4 Monatsversammlungen

Gesungen wurde an 23 Abenden. Einige Singabende sind wegen allzu schwacher Beteiligung ausgefallen.
Dem pünktlichsten und eifrigsten Sänger des Jahres 1934, Sangesbruder Fr. Stelljes, wurde anlässlich der Weihnachtsfeier 1935 ein schöner Handstock überreicht.
Für das Jahr 1935 ist es der Sangesbruder K. Bürckel, der an 20 Abenden am häufigsten bei den Singabenden anwesend war....

Im Jahre 1935 haben wir 2 Mitglieder durch den Tod verloren. Im Februar 1935 starb das passive Mitglied Lehrer i. R. Klindworth und im August 1935 Sangesbruder Joh. Saemann. Der Verein nahm an der Beerdigung dieser beiden Mitglieder in der üblichen Weise teil.

An Neuaufnahmen hatten wir im Jahre 1935 4 Stück zu verzeichnen. Es sind dieses die Sangesbrüder Hinrich Kück, Georg Grotheer, Hugo Dommreis, Hans Klindworth.

Der Verein trat noch in die Öffentlichkeit anlässlich des Heldengedenktages am 17. Mai 1935. Ferner fand am Pfingstmorgen das traditionelle Pfingstsingen statt.

Unsere Weihnachtsfeier, in der üblichen Weise aufgezogen, hielten wir in diesem Jahre am 18. Dezember ab. Die gemütlichen Stunden verliefen in voller Harmonie und viel zu schnell.

Es ist noch zu vermerken, dass unser Verein in diesem Jahre wieder Mitglied des Deutschen Sängerbundes wurde.

Die Mitgliederbewegung für 1935 stellt sich auf:
1 Ehrendirigenten
1 Dirigenten
1 Ehrenmitglied
30 aktive Sänger
3 passive Mitglieder
Es muss noch vermerkt werden, dass unsere Vereinsfestlichkeit in diesem Jahre am 16. Februar stattfand.

Blendermann (Schriftführer)
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1936