1937 bis 1948

1937

Gesungen wurde an 22 Abenden mit durchschnittlich 65 % Beteiligung. Dieser Prozentsatz ist bei unserem kleinen Verein viel zu gering, um die Kräfte, die im Verein vorhanden sind, voll ausnutzen zu können. Ein jeder muss es ich zur Pflicht machen, die Übungsabende pünktlich und regelmäßig zu besuchen.
Freuen kann man sich zu der Tatsache, dass der Verein, wenn es darauf ankommt, öffentlich auftreten zu müssen, doch zusammen hält und die Sänger in voller Stärke antreten.
So sahen wir unseren Verein am 25. April beim Wertungssingen in Wörpedorf vollzählig mit 25 Sängern vor einer fachmännischen Kommission, um unser Können zu beweisen. Dass dieses gelungen ist, zeigt uns das Prädikat "ausgezeichnet", welches der Verein mit nach Hause nehmen konnte.

Am 1. Mai, Tag der Arbeit, nahm unser Verein am Umzug teil und sang auf dem Schulplatz einige Lieder. (Pfingstmorgen verlief in alter Tradition).

Der 24. Juni sah uns bei unserem Sangesbruder E. Gartelmann versammelt, um einige schöne Stunden in fröhlicher Runde zu verbringen. Beschlossen wurde, am 75. Jubiläum des Gemischten Chors in Frankenburg teilzunehmen. Die von Sangesbruder E. Gartelmann angebotenen Spickaale waren sehr begehrt, und man sah um die Mitternachtsstunde manchen Sangesbruder mit einem kl. Spickaalpaket nach Hause ziehen.

Am 9. Juli hatten wir einen Extra-Singabend im Vereinslokal zwecks Vorbereitung auf die Teilnahme am Jubiläumsfest in Frankenburg. Leider war der 11. Juli ein Tag, an dem der Himmel alle Wasserschleusen aufgezogen hatte, und aus dem Grunde nur eine kleine Schar von Sängern nach Frankenburg kommen konnte, sodass unser Verein nicht sangesfähig war.

Am Abend des 7. August beim Sommerfest der NS-Gemeinschaft "Kraft durch Freude" sang der Verein auf dem Platz vor der Lindenallee einige Lieder.

Eine Versammlung und zugleich Singabend am 8. September stellte uns eine besondere Aufgabe und zwar die Mitwirkung im Massen-Chor am Erntedanktag auf dem Bückenberg. Für dieses Treffen waren extra Lieder einzuüben. Zur Teilnahme an der Fahrt zum Bückeberg meldeten sich 13 Sänger. Leider wurde die Freude bald gestört, indem Nachricht vom Gau kam, dass nur bestimmte Vereine teilnehmen konnten, weil die Anfahrt und Unterbringung Schwierigkeiten machte. Als Trost blieb uns aber, dass im nächsten Jahr alle Sänger mit zum Bückenberg kommen könnten.

Am 22. Dezember fand unsere Weihnachtsfeier in alter Weise statt. Unser hiesiger Komponist E. Licht zusammen mit unserem Dirigenten erfreuten uns durch Musikvorträge.
Durch eine amerikanische Auktion (Versteigerung) einer gestifteten Flasche Cognak konnte auch dem Winterhilfswerk ein Betrag von 8,40 Reichsmark überwiesen werden.

Am 23. Januar hatte unser Sangesbruder Steinhörster uns gerufen, mitzuwirken bei der Gründung einer Ortsgruppe im Bund Deutscher Kriegsgräberfürsorge. Diesem Ruf folgten wir sehr gern, zumal die größte Zahl der Sangesbrüder Frontsoldaten waren und somit eine innerliche Verbundenheit mit unseren Gefallenen uns zwang, diese Feierstunde mit verschönern zu helfen.

Am 26. Januar hatten wir unseren Übungsabend bei unserem Sangesbruder Haar, der Abend verlief recht in fröhlicher Stimmung. Am 28. Januar war Singabend bei unserem passiven Mitglied U. Beckerwerth. Der ganze Abend machte aber einen ziemlich abgekämpften Eindruck.

Dann folgte am 5. Februar unser 75. Stiftungsfest. Der Abend zeigte eine Besucherzahl, wie wir sie seit langem nicht mehr zu verzeichnen hatten. Die hier in Worpswede und Hüttenbusch stationierten Männer vom Reichsarbeitsdienst waren unserer Einladung mit einer großen Anzahl gefolgt und haben somit Interesse für unsere schöne Sache bewiesen, den Gesang und das Deutsche Lied zu pflegen.
Unserem Dirigenten merkte man es an, dass auch er mit uns zufrieden war und so kann der
Abend als gut gelungen bezeichnet werden.
Möge das Jahr des 75-jährigen Bestehens unseres Vereins Ansporn sein zu dem Ruf: "Unser "Concordia" soll leben!"

Der Schriftführer Karl Bürckel
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Der MGV Concordia 1938

Der MGV Concordia 1938

1938

Im letzten Jahre fanden statt:
1 Jahresgeneralversammlung am 16.2.1938
2 Vorstandsversammlungen am 27.7.1938 und 3.8.38,
in denen in der Hauptsache Besprechungen über die Ausgestaltung und Durchführung unserer 75. Jubiläumsfeier stattfanden.

Gesungen wurde an 32 Abenden mit durchschnittlich genügendem Besuch.

Der 1. Mai, Tag der Arbeit, rief den Verein zur Mitarbeit auf den Plan. Abends von 8 - 9 Uhr wurden im Gasthaus H. Schröder anlässlich der Maifeier, die im Zeichen von K.D.F. (Kraft durch Freude) stand, einige Lieder vorgetragen. Leider war die Vortragsstunde zu spät gewählt worden, weil die Freude sich schon zu laut bemerkbar machte.

Am 15. Mai besuchten wir mit Fahne unseren Nachbarverein, den Männergesangverein in Grasberg, anlässlich seiner 75-jährigen Jubelfeier verbunden mit dem Gruppensingen.
Im Juni am Pfingstmorgen erfolgte die alte traditionelle Feier am Findorffberg, die den Vereinsmitgliedern sowohl wie auch der Bevölkerung Worpswedes zum Bedürfnis geworden ist.
Weiter nahm der Verein am Kreisparteitag in Osterholz-Scharmbeck durch Mitwirkung am Massensingen teil.

Der 4. September brachte den großen Tag des Vereins, die Feier seines 75-jährigen Bestehens. Der Rückblick auf 75 Jahre Vereinsgeschichte macht einen doch das Herz weit, und es soll und muss Ansporn für uns sein, den Verein und mit ihm das Deutsche Lied zu pflegen und zu hegen.
Gekrönt wurde die Arbeit durch den Dank der Reichskultur- und Reichsmusikkammer und Verleihung der Zelterplakette an den Verein.
Alles Nähere über den Verlauf der Jubiläumsfeier ist aus anliegendem Zeitungsbericht zu entnehmen.
Erwähnt werden soll hier noch, dass bei der ganzen Gestaltung der Jubiläumsfeier unserem Vereinsführer H. Späth sen. für die große Mühe und Arbeit, die er geleistet hat, besonderer Dank gesagt wird.
An dieser Stelle sei aber auch unserem Dirigenten Höper Dank für seine Arbeit.

Am Erntedankfest sang der Verein im Schröderschen Saal mehrere Lieder vor einer großen Anzahl Volksgenossen. Besonders erwähnt sei noch, dass bei dieser Feier auch unsere Deutschen Volksgenossen aus dem Sudetenland, die hier als Flüchtlinge beherbergt wurden, dabei waren.

Am 21. Dezember fand eine Weihnachtsfeier im Vereinslokal statt. Die Feier wurde umrahmt durch Musikvorträge, ausgeführt von unserem Dirigenten Herrn Höper "Geige" und Herrn Ernst Licht "Klavier"
Aus einer Verlosung konnte ein ansehnlicher Betrag dem Winterhilfswerk überwiesen werden. "Neu" wirkte wohl der hochmoderne Weihnachtsmann, für viele wohl etwas zu nüchtern.

Am 4. Februar 1939 fand das 76. Stiftungsfest des Vereins statt und lässt sich über den Verlauf desselben nur Gutes sagen. Wenn auch vorher bei der Generalprobe aus den Mienen unseres Dirigenten Bedenken sprachen, so waren am Festabend bei den Liedvorträgen Dirigent und Chor ein Ganzes und Erfolg und Anerkennung blieben nicht aus.

Am 12. Februar machte der Verein mit 20 Sängern eine Kohl- und Pinkelfahrt per Autobus nach Flögeln bei Bederkesa. Die Fahrt war gleichzeitig ein Besuch unseres früheren Dirigenten und jetzigen Ehrendirigenten W. Viebrock anlässlich seines 50sten Geburtstages. Für uns alle wird wohl die Fahrt eine schöne Erinnerung an frohe Stunden des Beisammenseins bleiben.

Der 25. Februar 1939 sieht uns bei der Mitwirkung einer Kraft-durch-Freude-Veranstaltung im Gasthaus H. Schröder. Vortrag über Wehrpolitik und Rückblick auf das Heldentum unserer Soldaten aus dem Weltkrieg 1914-1918.
Der Verein brachte Soldatenlieder zu Gehör.
Hiermit ist das Vereinsjahr zu Ende und wir wünschen unserem Verein und unserem großen Deutschen Vaterland für 1939 als Gute.

Karl Bürckel (Schriftführer)
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1939

8. März 1939 Jahreshauptversammlung

Am 1. Mai 1939 beteiligt sich der Verein an der Maifeier, Umzug durch den Ort und Singen einiger Lieder bei H. Schröder im Saal.

31. Mai 1939
Mehrere Vereinsmitglieder, Vereinsführer und Dirigent fahren nach Hannover zum "Niedersächsischen Sängerfest". Bei schönstem Wetter fuhren wir morgens 4 Uhr ab Vereinslokal mit Autobus nach Bremen und dann weiter mit der Bahn nach Hannover. Die Eindrücke in Hannover, besonders das Konzert in der Stadthalle und das Massensingen an den Eilenrieden waren ganz gewaltig. Das ganze Fest war für uns ein Erlebnis und wird noch lange in Erinnerung bleiben.

Am 1. Pfingsttag morgens 6 Uhr findet unsere traditionelle Feier am Findorffberg statt.

Am 17. Mai 1939 mussten uns unsere jungen Mitglieder Stegemann und Caro, die auf dem Föhrenhof beschäftigt waren, wieder verlassen, weil sie von Worpswede wegziehen.

Am 1. September 1939 bricht der Krieg aus und 4 Sangesbrüder:
August Hünecke, Worpswede
Johann Schnakenberg, Osterwede
W. Schnarhelt, Worpswede
W. Scharrelmann, Worpswede
wurden als Soldat eingezogen.

17. Oktober 1939 beteiligt sich der Verein an einer K.D.F.- ("Kraft durch Freude", d. Verf.) Veranstaltung bei H. Schröder: "Kienau-Abend".

19. Oktober 1939 bekommen unsere Soldatenmitglieder jeder ein kleines Päckchen mit Rauchwaren.

18. Dezember 1939 fand die Weihnachtsfeier des Vereins im Vereinslokal bei H. Schröder in alter schöner Weise statt.

Karl Bürckel (Schriftführer)
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Hans Späth und Wilhelm Viehbrock

Hans Späth und Wilhelm Viehbrock

Die echte Freundschaft zwischen dem Vorsitzenden Hans Späth und dem Dirigenten Wilhelm Viehbrock und ihre unermüdliche Hingabe an die kulturellen Werte des Gesangvereinslebens fügen innerhalb des MG V "Concordia" eine feste Gemeinschaft. .

1940

Wenn auch hier in der Heimat vom Krieg noch nicht allzu viel zu spüren ist, so macht sich andererseits aber doch schon ein allgemeines Nachlassen der Besuche an den Singabenden bemerkbar. Der Pfingstmorgen 1940 wurde in alter Tradition am Findorffberg gefeiert und mit der Hoffnung auf baldigen Frieden ging es in die Sommerpause.
Erst spät, am 1. Dezember 1940 findet der erste Singabend nach der langen Sommerpause statt. Leider ist aber ein regelmäßiges Singen in jeder Woche nicht mehr möglich, weil zu viele Sangesbrüder fehlen und deshalb wird beschlossen, alle 4 Wochen einmal am Samstag Nachmittag zusammen zu kommen, damit wenigstens ein Zusammenhalt des Vereins bestehen bleibt.
Erwähnt sei noch, dass das Abendsingen durch häufigen Fliegeralarm gestört ist und daher der schlechte Besuch.
Am 15. Dezember 1940 fand eine Gruppenversammlung in Grasberg statt, zu dem die Sangesbrüder Jäger und Bürckel abgeordnet waren.
Am 22. Dezember 1940 erfolgte die Weihnachtsfeier im Vereinslokal. Die Stimmung und Verlauf der Feier war eine sehr gute, dank der Mitwirkung unserer Musiker Hannes Höper und Ernst Licht. Einige andere Sangesbrüder trugen noch zur Fidelitas bei, (?) nach anschließend folgendem Essen (friedensmäßig) der Krieg fast vergessen werden konnte.
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1941 bis 1943

1941 bis 1943 ist der Besuch an den Singabenden immer geringer geworden, sodass schließlich als die Fliegeralarme immer häufiger erfolgten, das ganze Vereinsleben zum Erliegen kam.

1941 wurde das Pfingstsingen auf dem Weyerberg und ebenfalls eine Weihnachtsfeier durchgeführt.

Auch noch 1942 und 1943 wurde das traditionelle Pfingstsingen durchgeführt. 1942 auf dem Findorffberg und 1943 beim Sangesbruder Herbert Haar. im Garten. Um 8 Uhr morgens bei der Kaffeetafel gab es schon Fliegeralarm und schwere Abwürfe von Bomben. Bomber zogen über uns hinweg. Wir wollten uns aber nicht stören lassen und verlebten dann einen schönen Pfingstmorgen bei herrlichem Wetter.

Leider haben wir in den letzten Jahren auch einige alte liebe Sangesbrüder durch den Tod verloren:
Heinrich Grotheer, verstorben Dezember 1942
Claas Knoop, verstorben März 1943
Heinrich Schwenke, verstorben Januar 1944
Johann Warnken, verstorben Mai 1943
Fritz Netzel, als Soldat durch eine schwere Krankheit im Frühjahr 1945 verstorben.

Der Verein wird den Sangesbrüdern ein dauerndes Andenken bewahren. Die Lücken, die dadurch in unseren Reihen gerissen wurden, werden nicht so bald geschlossen werden können.

Bürckel, Schriftführer
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1944 bis 1948

Bedingt durch den Krieg, durch den Kriegsausgang und durch die von der Militärregierung erlassenen Anordnungen war das Vereinsleben nicht mehr möglich.