Chronik 1953 bis 1957

Der Chor am Pfingstfest 1953

Der Chor am Pfingstfest 1953

Februar 1953 bis Januar 1954

Am 14. Februar begann der Reigen der Veranstaltungen mit dem traditionellen Sängerball, dessen gesangliches Programm unter dem Motto stand "Wohlauf zum fröhlichen Jagen" und eine ganze Reihe schöner Jägerlieder brachte. Wenn auch ein guter Besuch dieses Abends zu verzeichnen war, so sind doch die mit solchen Veranstaltungen verbundenen Kosten so hoch, dass der Verein nur eben seine Verpflichtungen erfüllen konnte und dann nicht mehr viel für die Kasse übrig blieb. Das Programm fand bei den Besuchern großen Anklang und wurde daher in Form eines Konzertes am 28. Februar 1953 wiederholt. Sehr zum Gelingen dieses fröhlichen Abends trug auch unter der altbewährten Ansage von Walter Mengel eine Reihe von Sängern bei.

In der Generalversammlung vom 23. Februar bei Walter Mengel trat im Vorstand insofern eine Änderung ein, als zum 1. Kassierer Johann Schnakenberg, zum 2. Kassierer Johann Grotheer, zum 1. Schriftführer Wilhelm Schake und zum 2. Schriftführer Richard Kahlert gewählt wurden.

Am 9. März hielten wir unseren Singabend bei unserem fördernden Mitglied Wilhelm Beckerwerth ab. An dem Bundesfeste des Wörpe-Wümme-Sängerbundes am 14. Mai in Westerwede nahm der Chor mit 35 Sängern und Vereinsfahne teil. Der Verein beteiligte sich an den Gemeinschaftschören "Heimat am Meer" von Grote und "Gottes ist der Orient" von Rein; selbst sang er als Einzelchor das Lied "Droben im Oberland" von Rische.

Am 24. Mai morgens um 6 Uhr war das traditionelle Pfingstmorgensingen auf dem Findorffberge mit anschließender gemeinsamer Kaffeetafel im Lokal des Sangesbruders Walter Lange. Da die Sänger fast vollzählig erschienen waren, wurde auch eine Lichtbildaufnahme des Chores gemacht. Der Morgen verlief in schönster Harmonie und bei glänzendem Pfingstwetter.

Anlässlich der Hochzeit des Sangesbruders Hans Liedtke brachte der Chor ihm am 10. Juli ein Ständchen und blieb noch bei einem kredenzten Glase Bier einige Zeit in fröhlicher Stimmung zusammen.

Vom 17. bis 20. Juli startete dann die große Sängerfahrt des Vereins nach Wiesbaden-Kloppenheim zum Besuch des Kloppenheimer Brudervereins. An dieser Fahrt, die in einem besonders hierfür angemieteten Bus durchgeführt wurde, beteiligte sich der Chor mit 33 Sängern. Insgesamt gingen 62 Mitglieder mit ihren Frauen auf die Reise, davon 56 gemeinsam im Bus. Über diese schönen Tage wurde ein langer Sonderbericht gegeben und, mit zahlreichen Lichtbildern von der Fahrt ausgestattet, in Form eines Albums zusammengefasst.

Zu der Einweihung der neuen Kirchenglocken in Worpswede am 3. August sang der Verein zusammen mit dem Kirchenchor in der Kirche den Chor "Gott ist gewaltig" von Moser.

Dem 1. Vorsitzenden Karl Bürckel und seiner Frau Gemahlin wurden vom Verein anlässlich ihrer Silberhochzeit am 1.9.1953 die herzlichsten Glückwünsche unter Überreichung einer Ehrengabe ausgesprochen.

Anlässlich des Erntedankfestes wurde der Chor gebeten, zur Verschönerung dieses Festes mit der Darbietung einer Reihe von Liedern beizutragen. Diesem Wunsche wurde entsprochen und am Nachmittag des 3. Oktober ein mehrstündiges Konzert im Schröderschen Saale gegeben, das bei den Zuhörern viel Anklang fand.

An der Tagung der Vorstände und Chormeister der Vereine im Wörpe-Wümme-Sängerbund beteiligte sich der Verein mit drei Vorstandsmitgliedern.

Der Ausklang des Jahres brachte dann die gewohnte gemeinsame Weihnachtsfeier, dieses Mal am 19. Dezember im Vereinslokal. Sie nahm einen schönen, festlichen Verlauf. Der Weihnachtsmann in Gestalt des Sangesbruders Werner Meissner bedachte jeden Sänger mit einem kleinen Geschenk, und ein gemeinsames schlichtes Essen hielt die Sangesbrüder noch einige Stunden in fröhlicher Runde zusammen.
Rückblickend und zusammengefasst kann gesagt werden, dass der Verein, wenn er auch die Zahl seiner aktiven Sänger in diem Jahre nicht vergrößern konnte, so doch leistungsmäßig gewachsen ist, und dass die Freude am deutschen Lied so fest in uns verankert ist, dass uns um den Bestand unseres Vereins nicht bange zu sein braucht. Wünschenswert wäre, wenn es gelingen könnte, mehr junge Kräfte für die Aufgaben des Vereins zu begeistern und zum Mitsingen zu veranlassen.

Wilhelm Schake (Schriftführer)
.

Februar 1954 Januar 1955

Der Höhepunkt war wohl der Sängerball am 6. Februar 1954 im Vereinslokal bei Hermann Schröder. Das Programm stand noch unter den Nachklängen der Rheinfahrt nach Wiesbaden-Kloppenheim und hatte als Motto "Am Rhein beim Wein". Eine Reihe schöner Rhein- und Weinlieder waren einstudiert und wurden an diesem Abend vorgetragen. Sie fanden bei den Zuhörern lebhaften Beifall und Anerkennung. Den Schluss des Abends brachte der Walzer mit Orchesterbegleitung "Wein, Weib und Gesang". Walter Mengel und seine 4 Cordias hatten den lustigen Teil gestaltet, wobei eine Reihe Worpsweder Begebenheiten besonders beleuchtet wurde. .Zwei Sänger wurden an diesem Abend ausgezeichnet: Herr Wiedemann mit der goldenen und Herr Krauß mit der silbernen Nadel. Auf allgemeinen Wunsch wurde das Konzert am 6. März 1954 wiederholt.

Am 15. Februar 1954 verstarb Sangesbruder Georg Schnakenberg, der lange Jahre treuer Tenorsänger gewesen war und auch am letzten Sängerfest noch teilnahm. Der Verein folgte seinem Sarge mit der Vereinsfahne.

Die letzte Generalversammlung wurde am 8.3.54 beim Sangesbruder Walter Mengel abgehalten. Zu Beginn gedachte der Vorsitzende der verstorbenen Sangesbrüder Schnakenberg und Gieseke. Die Sänger ehrten die Verstorbenen durch Erheben von den Sitzen. Schriftführer und Kassenwart gaben ihren Jahresbericht. Dem Kassenwart wurde einstimmig Entlastung erteilt, nachdem die Revisoren ihren Prüfungsbericht gegeben hatten. Der gesamte Vorstand wurde einstimmig wiedergewählt und besteht aus: Bürckel (1. Vorsitzender), G. Meyer (2. Vorsitzender), Schnakenberg (1. Kassenwart), Grotheer (2. Kassenwart), Schake (1. Schriftführer), Kahlert (2. Schriftführer), Bergen (Notenwart), F. Stelljes (Fahnenträger), Schulken sen. und Krauß (Kassenrevisoren).

Am 24. April 1954 hatten wir mit unseren Frauen einen gemütlichen Abend beim Sangesbruder Beckerwerth. Der Abend war gut besucht und nahm einen fröhlichen Verlauf. Lieder des Chores wechselten ab mit Vorträgen unserer Sangesbrüder Hubert, Menze, Mengel und Geffken. Auch ein Tänzchen wurde zwischendurch riskiert. Alles in allem ein schöner Abend.

Zum Sängerbundesfest in Hameln fuhren wir mit einem Bus mit 57 Personen. Schon morgens um 5 Uhr ging es los, und gegen 10 Uhr trafen wir in Hameln ein. Von den ausgeschriebenen Konzerten hörten wir das des Vegesacker Jugendchores. Nachdem wir uns noch an der gemeinschaftlichen Kundgebung beteiligt hatten, war es Zeit zur Rückfahrt, und gegen 12 Uhr nachts waren wir in Worpswede zurück.

Am 30. Mai 1954 war das Bundesfest des Wörpe-Wümme-Sängerbundes in Lüninghausen, an dem sich der Verein mit 36 Sängern beteiligte. Gesungen wurde von uns das vom Kloppenheimer Verein gestiftete Trinklied von Ochs "Lasst froh erschallen unsre Lieder". Am Festzug beteiligten wir uns geschlossen mit Vereinsfahne.

Das traditionelle Pfingstsingen wurde auch in diesem Jahre durchgeführt. Morgens um 6 Uhr waren wir alle am Findorffberg und brachten den Worpswedern eine ganze Reihe schöner Frühlings- und Volkslieder dar. Anschließend vereinten wir uns beim Sangesbruder Walter Lange zur Kaffeetafel. Der daran anschließende gemeinsame Spaziergang über den Berg hielt noch eine ganze Reihe der Sänger für einige Stunden in fröhlicher Stimmung zusammen.

Der Verein war, wie jedes Jahr, wieder eingeladen zum Schützenfest und beteiligte sich am 20.6.54 sowie am Sonntag der Nachfeier, am 27.6.54 an dem Umzuge mit Vereinsfahne.

Zum "Tage des Deutschen Liedes" brachte der Chor zusammen mit dem Kirchenchor am Sonntag, dem 4.7.54 nachmittags 16 Uhr auf dem Sportplatz eine Reihe schöner deutscher Lieder, besonders Volkslieder zu Gehör. Viele Zuhörer hatten sich eingefunden, die den Darbietungen mit Freude lauschten.

Vom 5.7.54 bis 6.9.54 legten wir in unseren regelmäßigen Singabenden eine Ferienzeit ein.
Nach der Ferienzeit galt es gleich zu üben für das Erntedankfest, an dem wir am 3.10.54 auf Einladung des Landwirtschaftlichen Vereins die Zuhörer mit einer Reihe schöner Lieder im Schröderschen Saale erfreuten.

An der Versammlung der Vorstände und Chorleiter des Wörpe-Wümme-Sängerbundes am 27.11.1954 in Grasberg beteiligten wir uns mit 3 Vorstandsmitgliedern und dem Chorleiter. Hier wurde beschlossen, das nächste Sängerbundesfest im Mai 1955 in Huxfeld abzuhalten.

Am 13.12.54 hielten wir eine außerordentliche Generalversammlung ab, in der wir unsere Satzungen neu fassten. Der Vorstand hatte entsprechend den Erfordernissen einen neuen Entwurf dieser Satzungen angefertigt, um in ihnen die Tatsache der Gemeinnützigkeit unserer Bestrebungen noch mehr herauszustellen. Der vorgelegte Entwurf wurde von der Versammlung einstimmig angenommen.

Unsere Weihnachtsfeier am 18. Dezember 1954 hatte in diesem Jahre einen besonders schönen besinnlichen Charakter. Wieder, wie alle Jahre, kam der Weihnachtsmann und bescherte jeden von uns mit kleinen Päckchen, und der Chorleiter mit Hans-Jürgen Höper und Rudolf Ahlgrimm gaben einige schöne Musikvorträge alter Meister zum Besten. Ernst Licht brachte eine Paraphrase über sein Lied " Alle Birken grünen in Moor und Heid'", der wir andächtig lauschten. Ein gemeinsames Abendessen (Grünkohl mit Pinkel), gut und reichlich vom Vereinswirt gekocht, führte uns an langen Tischen zusammen, und zum Schluss mangelte es auch nicht an einigen fröhlichen, aber dem Charakter der Feier entsprechenden humoristischen Vorträgen.
Rückblickend und zusammengefasst liegt wieder einmal ein Jahr fleißiger Arbeit hinter uns, leistungsmäßig wohl auch ein Jahr des Fortschritts. Möge es auch im neuen Jahr so bleiben!

Schake (Schriftführer)
.

Februar 1955 bis Januar 1956

Das abgelaufene Jahr war wiederum reich an Ereignissen für den Verein, bei denen er an die Öffentlichkeit trat. Der Höhepunkt des Jahres war das Sängerfest vom 12. Februar 1955. Das Programm stand unter dem Motto: "Mit Gunst Ihr Meister und Gesellen!". Eine ganze Reihe schöner Handwerkslieder wurde vorgetragen, wobei ein Teil dieser Lieder sehr modern war und auch wohl an die Grenze der Leistungsfähigkeit des Chores lag. Das Fest hatte einen guten Besuch und brachte dem Verein auch geldlich einen Überschuss.

Am 19. Februar 1955 beerdigten wir unsern Sangesbruder Alwin Lenz, welcher am 16. Februar 1955 verstorben war. Der Verein folgte dem Sarge mit Vereinsfahne. Die Trauerfeier in der Kirche verschönten wir mit zwei Liedern.

Die letzte Jahreshauptversammlung war am 7. März 1955 beim Sangesbruder Walter Mengel und hatte einen guten Besuch. Eine Geldsammlung für die Angehörigen des verstorbenen Sangesbruders Lenz erbrachte rund 75 DM. Nach dem Jahresbericht des Schriftführers und dem Kassenbericht des Kassenwarts wurde der Vorstand im Allgemeinen wiedergewählt. Nur der Posten des 2. Schriftführers wurde neu mit dem Sangesbruder Krauß besetzt.

An den Tagungen der Kreisgruppe Wörpe-Wümme im Sängerbund Bremen nahmen von unserem Verein am 27. März 1955 drei Vorstandsmitglieder und am 27 .November 1955 der Chormeister und zwei Vorstandsmitglieder teil. In der letzteren legte der langjährige bisherige Vorsitzende dieses Bundes, Rohdenburg, sein Amt wegen Alters nieder. Nachfolger als Bundesvorsitzender wurde Sangesbruder Gieschen, Grasberg, und als
Obermeister Lehrer Kuhrs aus Rautendorf.

Anlässlich der Silberhochzeit unseres Chormeisters am Ostersonntag (10. April 1955) erfreuten wir ihn mit einem Ständchen unter der Stabführung des Sangesbruders Wiedemann.
Das diesjährige Bundessingen des Wörpe-Wümme-Sängerbundes in Huxfeld am Himmelfahrtstag (19. Mai 1955) besuchten wir mit 32 Sängern. Am Umzug nahmen wir mit Vereinsfahne teil. Das Wetter war stürmisch und regnerisch, sodass die Vorträge im völlig überfüllten Saale stattfinden mussten. Wir sangen aus dem Zyklus "Lachendes Handwerk" das "Schmiedelied" und den "Windmüller". Außerdem beteiligten wir uns an den Gemeinschaftschören "Maientanz" und "Früh am Morgen". Gegen 19 Uhr kehrten wir von diesem Feste zurück.

Auch das übliche Pfingstsingen am Morgen des 1. Pfingsttages darf natürlich nicht vergessen werden. Der Chor trat fast vollständig zu diesem Singen an. Eine Reihe der schönsten Frühlings- und Sommerlieder erklang bei strahlendem Sommerwetter. Anschließend fanden sich eine ganze Reihe der Sänger noch zu einem Pfingstmorgenspaziergang über den Berg zusammen, wobei bei Hermi Schröder noch manches Lied gesungen und auch manches Gläschen Bier getrunken wurde.

Das Schützenfest am 12.6.55 sowie die Nachfeier am 19.6.55 darf auch nicht vergessen werden. An beiden Tagen nahm der Verein mit Vereinsfahne an den Umzügen teil.

Am 26.6.55 machten wir im Bus eine Sonntagsfahrt nach Duhnen bei Cuxhaven. Es beteiligten sich 56 Sänger mit ihren Frauen. Unterwegs wurden anlässlich des "Tages des Liedes" noch einige Lieder gesungen. Um Mitternacht kehrten wir zurück.

Am 4. Juli 1955 war unser letzter Übungsabend vor den Ferien. Am 29.8.55 nahmen wir den regelmäßigen
Übungsbetrieb wieder auf. Es wurde fleißig geübt für das Programm des kommenden Sängerfestes unter dem Motto "Alte Lieder in neuem Gewande". Nach kurzer Anlaufzeit waren die alten Getreuen auch wieder vollzählig beisammen.

Unsere traditionelle Weihnachtsfeier war in diesem Jahre am 19. Dezember 1955 wiederum eine schöne besinnliche Feier. Wiederum erfreuten uns die Herren Hoeper senior und junior mit Herrn Ahlgrimm zusammen mit schöner Weihnachtsmusik, und wir selbst sangen eine Reihe von Weihnachtsliedern bei brennenden Weihnachtskerzen. Auch der Weihnachtsmann mit seinem Gehilfen Knecht Ruprecht - dieses Mal Max Toeppe und Burkhardt Wiggers - hatten uns nicht vergessen und für jeden ein Päckchen im Sack. Erfreulicherweise beteiligte sich an dieser Feier auch eine ganze Reihe von fördernden Mitgliedern.
Wenn man auf das verflossene Jahr zurücksieht, kann man sagen, dass es wohl ein Jahr der emsigen Arbeit an den Übungsabenden war, dass aber auch manche fröhliche Stunde im Kreise der Sänger verbracht wurde und dass der Chor in seinen Leistungen weiter gewonnen hat. Möge das neue Jahr einen stetigen Fortschritt in dieser Richtung bringen.

Wilhelm Schake (Schriftführer)
.

Februar 1956 bis Januar 1957

Im Vordergrund stand das Sängerfest am 4. Februar 1956, dessen Programm unter dem Motto "Alte Lieder in neuem Gewande" stand. Wenn der Besuch auch etwa besser hätte sein können (es herrschte eine strenge Kälte), so waren doch die Leistungen des Chores gut und wurden von den Besuchern allerseits anerkannt. Einige Chöre wurden mit überlegten Frauenstimmen gesungen, wobei uns die Frauen des Kirchenchores nicht im Stich ließen. Auch das im lustigen Teil des Abends gesungene Quintett "Ein Abend im Gesangverein Bummelsdorf", gesungen von den Sängern Menze, Mengels, Uffelmann, Ledertheil und Schnarhelt, fand allgemeinen Anklang. Leider blieb dieses Fest ohne jegliche geldliche Vorteile, die Kasse musste sogar einen geringen Fehlbestand decken.

Die letzte Jahreshauptversammlung war am 27. Februar 1956 und hatte einen guten Besuch zu verzeichnen. Nach dem Jahresbericht des Schriftführers, dem Kassenbericht des Kassenwarts und dem Prüfungsbericht der Revisoren wurde dem Gesamtvorstand Entlastung erteilt. Dieser wurde dann auch einstimmig in seiner bisherigen Besetzung wiedergewählt. Durch Beschluss der Jahreshauptversammlung wurde der Mitgliedsbeitrag ab 1.1.56 für aktive Sänger auf monatlich 1,00 DM (bisher 50 Pfg.) und für fördernde Mitglieder auf 8,00 DM (bisher 6,00 DM) jährlich festgesetzt.

An der Tagung der Kreisgruppe Wörpe-Wümme im Sängerbund Bremen am 28. März 1956 nahm der Vorstand mit 3 Mitgliedern teil.

Am 28.4.56 hatten wir das Glück, den Vegesacker Jugendchor mit etwa 60 Sängern nach Worpswede zu bekommen, wo er uns ein wunderbares und vielseitiges Programm darbot. Das Konzert war gut besucht, insbesondere auch von Sangesbrüdern aus Osterholz-Scharmbeck und Grasberg. Die Darbietungen des Chors fanden allgemein starken Beifall, und es wurde der Wunsch ausgedrückt, diesen Chor möglichst im kommenden Jahr nachmals zu hören.

Das übliche Pfingstsingen am Pfingstmorgen, 20.5.56, 6 Uhr, haben wir auch in diesem Jahre durchgeführt und uns hinterher zu gemeinsamer Kaffeetafel im Hotel "Stadt Altona" beim Sangesbruder Walter Bange zusammengefunden. Hieran nahmen auch Sangesbrüder des befreundeten Vereines aus Kloppenheim teil.

Am diesjährigen Schützenfest beteiligten wir uns wieder am 3. und 4.6.56 sowie an der Nachfeier am 10.6.56 am Umzug mit einer ganzen Reihe von Sängern und der Vereinsfahne.

In der Zeit vom 25.6. bis 13.8.56 haben wir mit den Singabenden ausgesetzt, trotzdem aber geschlossen an der Fahnenweihe des Gesangvereins Grasberg am 29.7.56 teilgenommen. Am Umzuge beteiligten wir uns mit Vereinsfahne. Wir sangen drei Lieder, die allgemein Beachtung fanden. Auf der Rückfahrt wurden wir von einem starken Gewitter überrascht, das der Stimmung aber keinen Abbruch tat.

Am 19. August machten wir unsere diesjährige Sängerfahrt ins Alte Land und an die Elbe. Wir fuhren mit unseren Frauen im Bus (insgesamt 54 Teilnehmer). Über diese Fahrt wird Sangesbruder Krauß einen Sonderbericht geben.

Am 24.11.56 verschönten wir den Heimatabend des Bundes der Vertriebenen Deutschen im Hotel "Stadt Altona" mit einer Reihe von Volksliedern, vornehmlich aus den abgetretenen Gebieten. Die Vorträge fanden allgemein Anklang.

Auch die traditionelle Weihnachtsfeier wurde natürlich wiederum durchgeführt und zwar am 15.12.56. Wir fanden uns an diesem Abend im Vereinslokal zusammen bei schönen Weihnachtsliedern unter den brennenden Tannenbaumkerzen. Max Töppe als Weihnachtsmann unter Assistenz seines Knechts Ruprecht (Burghardt Wiggers) bedachte jeden mit einem kleinen Päckchen, und besinnliche Vorträge verschönten den Abend. Bei gemeinsamem Mal (das übliche Kohl- und Pinkelessen) saßen wir dann noch einige Zeit zusammen.
Nach Weihnachten wurde dann fleißig geübt, um dem Programm für das kommende Sängerfest den letzten Schliff zu geben.

Zurückblickend kann gesagt werden, dass das abgelaufene Jahr wiederum ein Jahr emsiger Vereinsarbeit an den Übungsabenden war. Aber auch fröhliche Stunden im Kreise der Sänger führten uns menschlich näher und immer wiederum zusammen.
Möge der Verein auch im neuen Jahr unbeirrt in dieser Richtung weiter arbeiten, um seine Leistungen immer mehr zu vervollkommnen und das deutsche Lied zu pflegen.

Wilhelm Schake (Schriftführer)
.

Februar 1957 bis Januar 1958

Das abgelaufene Jahr war wiederum reich an Ereignissen für den Verein. In diesem Jahre verschied plötzlich unser allverehrter, lieber Sangesbruder Arno Krauß. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren, hat er doch bis zuletzt in reger Weise an unserm Vereinsleben teilgenommen.

Unser Sängerfest feierten wir in diesem Jahre am 9. Februar 1957 im Schröderschen Saale. Es stand unter dem Motto: "Ein Liederabend mit Paul Zoll" anlässlich seines 50-jährigen Geburtstages. Wir brachten an diesem Abend eine ganze Reihe seiner Kompositionen und bearbeiteten Volkslieder. Das Fest hatte einen großen Erfolg hinsichtlich der Besucherzahl als auch für die Vereinskasse. Die Darbietungen fanden allgemein Anklang und zeigten den Chor auf beachtlicher Höhe.

Am 18. März 1957 hielten wir unsere Jahreshauptversammlung ab. Die Sänger waren fast vollzählig vertreten, auch eine Reihe der fördernden Mitglieder war erschienen. Nach dem Überblick des Vorsitzenden, dem Jahresbericht des Schriftführers und dem Kassenbericht des Kassenwarts wurde dem Vereinsvorstand einstimmig Entlastung erteilt und dieser einstimmig wieder in seinem Amt bestätigt.

An der Tagung des Wörpe-Wümme-Sängerkreises in Grasberg am 10.3.57 nahmen der Chorleiter und vier Vorstandsmitglieder teil, auf welcher der diesjährige Sängertag des Sängerkreises auf den 19.5.57 in Adolphsdorf festgelegt wurde. Wir beteiligten uns an diesem Feste mit dem ganzen Chor. Am Umzug nahmen wir mit unserer Vereinsfahne teil. Auf dem Festplatze sangen wir die Lieder "Ich bin ein freier Wildbretschütz" und "Du, du liegst mir im Herzen". Das Fest war insofern ein Ereignis, als erstmals eine Neuordnung der Liedervorträge vorgenommen worden war, die allgemein Anklang fand.

Gelegentlich des "Tages des Deutschen Liedes" am 26. Mai 1957 sangen wir auf dem Schulberg, zusammen mit dem Kirchenchor, eine Reihe schlichter Volks- und ähnlicher Lieder, die bei den zahlreich erschienenen Zuhörern viel Beifall fanden.

Unser traditionelles Pfingstsingen am Berg wurde auch an diesem Jahr am Pfingstmorgen (9.6.57) um 6 Uhr durchgeführt. Wir konnten dabei unseren alten Sangesbruder Otto Kaune begrüßen, der von seinem jetzigen Wirkungsort zu Besuch nach Worpswede gekommen war. Nach dem Singen folgte die übliche Kaffeetafel beim Sangesbruder Walter Lange und ein gemeinsamer Rundgang über den Berg.

Unser letzter Singabend vor den Sommerferien war der 8.7.57. Es trat dann eine Ferienzeit bis zum 26.8.57 ein, allerdings kamen wir in diesen Ferien noch einmal zusammen (am 16.8.57), um die letzten Vorbereitungen für unsere diesjährige Sängerfahrt am 18.8.57 zu treffen. Diese Sängerfahrt führte uns in das Oldenburger Land mit einem Bus über Wildeshausen, Cloppenburg. Die Beteiligung war nicht so groß wie in den vorhergehenden Jahren, trotzdem verlebten die Sänger mit ihren Frauen schöne Stunden auf dieser Fahrt.

Am 26.8.57 begannen wir dann wieder mit den regelmäßigen Übungsabenden, bei denen zunächst nur ein geringer Besuch zu verzeichnen war. Das besserte sich aber von Abend zu Abend. Es wurde fleißig geübt für das kommende Sängerfest, auf dem wir unsere liebsten Lieder aus unserer Chorarbeit nach dem Kriege vortragen wollten.

Unser alter Sangesbruder Wilhelm Arnoldt feierte am 19.l0.57 seine goldene Hochzeit. Wir brachten ihm an diesem Tage ein Ständchen, wozu er sich sehr gefreut hat.

Am 26.l0.57 verlebten wir dann mit unseren Frauen zusammen einen gemütlichen Abend beim Sangesbruder Walter Lange unter dem Motto "Ischa Freimaak". Leider fehlten die angekündigten Darbietungen; trotzdem ließen wir uns die Stimmung nicht verderben und feierten gemütlich mit unsern Frauen zusammen, sodass zuletzt doch eine fröhliche Stimmung vorherrschte.

Unsere Weihnachtsfeier hatten wir in diesem Jahre im üblichen Rahmen am 21.12.57. Nach gemeinsamen Weihnachtsliedern bekamen wir unser Päckchen vom Weihnachtsmann, aber auch unsere Ermahnungen, weiterhin pünktlich zum Singen zu kommen. Selbstverständlich fehlte auch nicht das traditionelle gemeinsame Abendessen, nach welchem wir noch einige Zeit bei besinnlichen Vorträgen gemütlich zusammen saßen.
Nach Weihnachten ging es dann wieder an die fleißige Übungsarbeit für das kommende Sängerfest.
Blicken wir zurück auf das abgelaufene Vereinsjahr, so müssen wir feststellen, dass wohl der alte Stamm unserer Sänger fest zusammen steht, dass aber leider unsere Hoffnung auf Zuwachs neuer jüngerer Kräfte nicht in Erfüllung gegangen ist. Trotzdem ist aber kein Grund zum Verzagen da, denn immer noch sind die Leistungen des Vereins beachtlich.
Fangen wir unbeirrt unsere Vereinsarbeit im neuen Jahr wieder an und versuchen wir weiterhin, die Jugend für uns zu gewinnen; dann soll uns um den Bestand unseres Chores nicht bange sein.

Wilhelm Schake (Schriftführer)
.