Chronik 1964 bis 1969

1964

Unsere Jahreshauptversammlung hielten wir am 20. Januar 1964 ab. Nachdem die Regularien erledigt waren, wurde der Vorstand wie folgt neu gewählt:

Arthur Ledertheil - 1. Vorsitzender
Gerhard Sobottka - 2. Vorsitzender
Wilhelm Schake - 1. Schriftführer
Norbert Löwenberg - 2. Schriftführer
Johann Schnakenberg - 1. Kassenwart
Hinrich Meyer - 2. Kassenwart
Karl Nienstedt und Wilhelm Schnarhelt - Fahnenträger und Stellvertreter
Karl Schulken und Heinz Kommerau - Fahnenbegleiter
Hagen Hubert und Hans Wittvogel - Notenwarte
Bernhard Wiedemann und Siegfried Paulsen - Kassenrevisoren
Ernst Jürgen Stracke, Burghard Wiggers - Festausschuss
Erwin Mayer, H. Wittvogel, N. Löwenberg, B. Wiedemann, Werner Meißner, Erhard Sobottka, Werner Meißner - Requisitenverwalter

Das Jahr brachte wiederum eine Reihe von Veranstaltungen, an denen der Verein sich beteiligte.
An der Tagung der Wörpe-Wümme-Sängergruppe am 8. März 1964 nahmen Chorleiter und 5 Vorstandsmitglieder teil. Auf dieser Tagung wurde beschlossen, die diesjährige Gruppenveranstaltung in Borgfeld durchzuführen.

Am 11. April 1964 hielten wir unsern Sängerball ab, der einen guten Besuch zu verzeichnen hatte und an dem wir vor dem eigentlichen Ball noch einige Chorsätze zu Gehör brachten. Fröhlich wurde das Tanzbein geschwungen, und da die Kasse auch kein Defizit zu verzeichnen hatte, nahm dieser Abend einen guten Ausklang.

Am 4. Mai 1964 brachten wir unserm Sangesbruder Erwin Meyer anlässlich seiner Silbernen Hochzeit ein Ständchen, zum dem er sich sehr gefreut hat.

Am 7. Mai hatten wir Besuch vom MGV "Harmonie Bremervörde". Wir zeigten den 25 gekommenen Sängern einiges von Worpswede und saßen dann mit ihnen im "Kaffeehaus Niedersachsen" zu einer fröhlichen Kaffeestunde zusammen, bis gegen 19 Uhr der Rückmarsch zum Bahnhof angetreten werden musste und der Abschied begann. Dieser Besuch hat den Bremervördern viel Freude bereitet, zumal wir einige Lieder sogar mit ihnen zusammen singen konnten. Die Freundschaft
soll weiter gepflegt werden.

Natürlich durfte auch in diesem Jahre das Pfingstsingen nicht fehlen. Wir sangen am Pfingstmorgen, 17. Mai, am Weyerberg, frühstückten anschließend zusammen bei Schwiebert und machten dann einen gemeinsamen Spaziergang über den Berg, der beim "Kaffeehaus Niedersachsen"
auslief.

Am Schützenfest, 31. Mai und 7. Juni 1964, beteiligten wir uns am Umzug an beiden Tagen mit Chor und Fahne, am ersten Tage brachten wir auch dem Schützenkönig ein Ständchen.

An der 100-jährigen Jubelfeier des Borgfelder Gesangvereins am 14. Juni 1964, verbunden mit dem Sängertag der Wörpe-Wümme-Sängergruppe, nahmen wir geschlossen mit Vereinsfahne teil und beteiligten uns auch an dem Gemeinschaftssingen.

Die Feierstunde der Gemeinde Worpswede anlässlich des Tages der Deutschen Einheit am 17. Juni 1964 verschönten wir mit einigen Liedern.

Anlässlich der Hochzeit unseres Sangesbruder Horst Kommerau brachten wir ihm und seiner Braut am Polterabend 2. Juli 1964 ein Ständchen, wozu er sich sicherlich gefreut hat.

Vom 7. Juli bis 18. August wurden die regelmäßigen Übungsabende durch die Sommerferien unterbrochen.
Am 23. August 1964 starteten wir mit unsern Frauen eine Kaffeefahrt zum Bockholzberg in Oldenburg, die gute Beteiligung und viel Anklang fand.

Das Kranzbinden zum Erntefest verschönerten wir mit einigen Darbietungen. Am Erntefest selbst beteiligten wir uns. mit einem geschmückten Wagen am Umzug, außerdem aber auch mit Vereinsfahne und Abordnung. Leider setzte während des Umzuges ein Platzregen ein, sodass der Umzug verkürzt und die eigentliche Feier abgekürzt im Schröderschen Saale abgehalten werden musste. Natürlich trat dadurch in den Darbietungen eine große Verwirrung ein.

Das Konzert des MGV "Harmonie Bremervörde" am 24. Oktober besuchten wir mit einigen Mitgliedern, die an dieser Veranstaltung viel Freude fanden.
Die Tagung der Sängergruppe Wörpe-Wümme in Grasberg am 18. November besuchten der Chorleiter und einige Vorstandsmitglieder. Auf dieser Tagung wurde für das Jahr 1965 Huxfeld-Rautendorf für den Sängertag festgelegt.

Am 19. Dezember begingen wir unsere traditionelle Weihnachtsfeier, bei der auch in diesem Jahre nicht der Weihnachtsmann mit seinem Knecht Ruprecht fehlte und uns eine kleine Gabe bereitete. Nach gemeinsamem Abendessen saßen wir noch einige Stunden in beschaulicher Runde zusammen und sangen auch noch einige weihnachtliche Lieder.

Alles in Allem kann gesagt werden, dass auch das abgelaufene Jahr wiederum viel Arbeit und auch viel Freude für den Chor brachte. Aber auch eine ganze Reihe von Veranstaltungen war zu verzeichnen, bei denen der Chor nicht fehlen durfte. Leider ließ sich das für den Herbst beabsichtigte Konzert nicht verwirklichen, da der Besuch der Übungsabende zu gering war. Hoffen wir, dass das im neuen Jahr wieder besser wird und der Chor wieder zu neuer Blüte heranreift.

Wilhelm Schake (Schriftführer)
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1965

Am 30.1.1965 veranstalteten wir in der Pausenhalle der neuen Worpsweder Volksschule ein Chorkonzert, in dem wir Liebeslieder aus verschiedenen Jahrhunderten vortrugen. Die Lieder erhielten einen von Hans Hubert zusammengestellten und zum größten Teil von Fräulein Quell vorgetragenen Vorspruch. In diese Darbietungen wurden Vorträge eines Kammermusiktrios und eines Waldhornterzetts eingeflochten. Das Konzert war gut besucht und fand bei den Zuhörern viel Anklang.

Am 3.2.65 verstarb der Worpsweder Komponist Ernst Licht, der zwar nicht unserem Verein angehörte, uns aber eine Reihe von seinen Liedern gestiftet hatte. Wir nahmen an der Beisetzung teil und sangen an seinem Grabe das von ihm vertonte Lied "Alle Birken grünen in Moor und Heid".

Unser Sangesbruder Karl Meißner verstarb am 11.3.1965. Wir geleiteten ihn am 27.3.1965 zur letzten Ruhe.
Anlässlich der Silberhochzeit unseres Sangesbruders Willi Schnarhelt am 25.3.1965 überreichte eine Abordnung unseres Vereinsvorstandes den Jubilaren ein Geschenk.

Unseren traditionellen Sängerball veranstalteten wir am 15. Mai 1965 in unserem Vereinslokal. Aus unserem Programm fanden "Regentropfen" und "Wochenend und Sonnenschein" besonderen Beifall. Nach Abschluss unserer Gesangsvorträge sorgte die Kapelle Gertner aus Bremen mit schwungvollen Rhythmen für Stimmung bis in die frühen Morgenstunden.

Der MGV "Concordia Elm" beging vom 21. - 23.5.65 sein 75-jähriges Bestehen. In Anbetracht unseres am 15. Mai stattgefundenen Sängerballes beteiligten wir uns nicht an den Gesangsvorträgen, sondern vertraten unseren Verein nur mit einer Abordnung am Kommersabend.

Das Bundessingen 1965 fand am 23. Mai 1965 in Lilienthal bei "Murkens Gasthof" statt. Wir waren der Einladung des Gesangvereins "Trupe-Lilienthal" gefolgt und trugen, nachdem wir uns geschlossen am Umzug beteiligt hatten, "Tanzlied" und "Der Jäger in dem grünen Wald" vor. Als gemeinsame Lieder erklangen "Kein schöner Land" und "In allen guten Stunden".

Unser Sangesbruder Adolf Schnaars hatte unseren Verein zu seinem Polterabend am 27. Mai eingeladen. U. a. brachten wir ihm und seiner Braut auf deren besonderen Wunsch das "Schifferlied" dar. Wir verbrachten einige fröhliche Stunden in dem neu errichteten Wohnhaus und wurden freundlich bewirtet.

Am 1. Juni brachten wir unserem Sangesbruder und 1. Vorsitzenden Arthur Ledertheil anlässlich seiner Silberhochzeit ein Ständchen. Er freute sich über unser Erscheinen und kredenzte uns manch köstlichen Tropfen.

Wie üblich veranstalteten wir auch in diesem Jahr unser traditionelles Pfingstsingen, das auf den 7. Juni fiel. Nach einigen Gesangsvorträgen am Weyerberg und an den beiden Altersheimen nahmen wir bei Schwiebert & Mengel unser Schinkenbrot und Tasse Kaffee ein. Wie üblich fand das Pfingstsingen beim "Kaffeehaus Niedersachsen", wo wir uns noch zu einigen geselligen Stunden vereinten, seinen Abschluss.

Am 20. Juni nahmen wir am Umzug des Worpsweder Schützenfestes mit Vereinsfahne teil und brachten dem Schützenkönig Claas Knoop ein Ständchen.
Die Sommerferien fielen in die Zeit vom 6. Juli bis 17. August.

Am 18. Juli verstarb unser langjähriges Mitglied Robert Kühl. Wir geleiteten ihn am 22. Juli zur letzten Ruhe.
Unsere Fahrt ins Blaue fand am 27. August statt und begann mit einer Motorbootsfahrt auf der Hamme nach Bremen-Lesum, nachdem uns ein Bus der Firma Ahrentschildt von unserem Vereinslokal auf Umwegen nach "Neu Helgoland" gebracht hatte. In der Gaststätte "Lesumblick" nahmen wir unser Abendbrot in Form von kalten Platten zu uns.
Anschließend schwangen wir das Tanzbein bis Mitternacht. Um etwa l Uhr brachte uns ein Bus wieder nach Hause.

Am 3. September haben wir auf Einladung des Landwirtschaftlichen Vereins Worpswede am gemütlichen Teil nach dem Binden der Erntekrone mitgewirkt. Wie in jedem Jahr gab es Kaffee und Kuchen.
Das diesjährige Erntefest fand am 5. September statt. Am Umzug nahmen 26 geschmückte Wagen teil, darunter auch ein Wagen unseres Vereins. In der Feierstunde auf dem Schröder'schen Hof brachten wir zwei Lieder zu Gehör.

Den "Tag der Heimat" beging der Ortsverein Worpswede des BdV im Rahmen einer Feierstunde im "Hotel Stadt Bremen" am 12.9.65. Wir trugen neben dem Gemischten Chor Worphausen 2 Lieder vor ("Heimat" und "Heimat am Meer").

Anlässlich der Einweihung des I. Bauabschnitts des SOS-Kinderdorfes Worpswede am 25. September sangen wir "Von Freuden und vom Frieden" und "Brüder reicht die Hand zum Bunde". Nach Beendigung der Feier wurden die bisher errichteten sechs Häuser, die elternlose Kinder beherbergen, zur Besichtigung freigegeben.

Unsere diesjährige Weihnachtsfeier fand am 18. Dezember in unserem Vereinslokal statt. Dieses Mal nahmen auch unsere Frauen teil. Wie bisher haben uns Weihnachtsmann (W. Meißner) und Knecht Ruprecht (B. Wiggers) Geschenke überreicht.

Zusammenfassend können wir wohl feststellen, dass das Jahr 1965 für unseren Chor ein arbeitsreiches, aber auch erfolgreiches Jahr war, und das ist nicht zuletzt auf unseren verehrten Dirigenten Ernst Jürgen Stracke zurückzuführen, dem wir an dieser Stelle unseren herzlichsten Dank für seine Mühe sagen möchten.
Möge der Verein auch im neuen Jahr in dieser Richtung weiter arbeiten, um seine Leistungen immer mehr zu vervollkommnen und das deutsche Lied zu pflegen.

Löwenberg (Schriftführer)
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1966

Die letzte Hauptversammlung hielten wir am 18. Jan. 1966 im "Gasthof zum Hemberg" ab. Die Neuwahl des Vorstandes ergab folgende Zusammensetzung:
1. Vorsitzender N. Löwenberg
2. Vorsitzender G. Sobottka
1. Schriftführer J. Kück
2. Schriftführer W. Schake
1. Kassenwart W. Meissner
2. Kassenwart H. Meyer

Gleich nach der Hauptversammlung trat der neue Vorstand im Anschluss an die Singabende zu mehreren Sitzungen zusammen, um die Richtlinien seiner Arbeit festzulegen.
Einer Anregung des MGV "Harmonie" Bremervörde zu einer gemeinsamen Sängerfahrt am Himmelfahrtstag konnte nicht gefolgt werden, weil man sich nicht dazu durchringen konnte, sich an einem auf einen Wochentag fallenden Feiertag einer solchen Anstrengung zu unterziehen. Man kam zu dem Schluss "Entweder alle oder keiner", und so unterblieb unsere Teilnahme.

Am 3. März fand eine gemeinsame Sitzung der Vorstände aller Worpsweder Vereine statt. Es wurden die Veranstaltungen des Jahres aufeinander abgestimmt. Unser Sängerball wurde für den 23. April festgelegt. Vor der Sitzung führte Herr H. Gerdes im Auftrag des Landwirtschaftlichen Vereins Farbdias der Erntefestumzüge der letzten Jahre vor.

Die Frühjahrstagung des "Wörpe-Wümme-Sängerbundes" fand in Grasberg statt und befasste sich im Wesentlichen mit dem Bundessingen in Moorende.

Am 23. April feierten wir nach sorgfältigen Vorbereitungen unseren Sängerball. Wir nannten ihn " Ein Bordfest bei den Concorden" und sangen Seemannslieder und Shanties. Leider brachte uns dieser Abend ein Defizit von 300,00 DM. Nach Verhandlungen fand sich Heinz Schröder bereit, die Hälfte davon, also 150,00 DM, zu übernehmen.
Am 27. Mai bewilligte uns die Gemeinde Worpswede auf unseren Antrag einen Zuschuss von 100,00 DM.

Der 29. Mai sieht uns dann wieder in alter Tradition bei unserem Pfingstsingen auf dem Weyerberg. Wir singen ein Programm von ca. 20 Liedern und bekommen von den vielen Frühaufstehern reichen Beifall. Nach dem Singen mundete uns dann das Frühstück im "Gasthof zum Hemberg" besonders gut, und erfrischt und gestärkt sangen wir bei den beiden Altersheimen einige Lieder.
Nach einem gemeinsamen Spaziergang über den Weyerberg trafen wir uns dann in lieb gewordener Tradition beim "Kaffeehaus Niedersachsen" zu frohem Lied und Umtrunk wieder.

Am 4. Juni nahmen wir am Sängerfest des "Wörpe-Wümme Sängerbundes" in Moorende teil. Wir waren mit dem Chorleiter und 20 Sängern vertreten. Das Programm stand im Zeichen des 100. Geburtstages von Hermann Löns. Die Festrede hielt Heinrich Schmidt-Barrien. Die Chöre hatten eine erhebliche Leistungssteigerung zu verzeichnen.
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1966 - Sängerfest


Am 12. Juni, dem Haupttag des Schützenfestes, beteiligte sich der Verein mit Vereinsfahne und brachte dem Schützenkönig (D. Wendelken) ein Ständchen. Wir alle hatten unter der großen Hitze zu leiden, und so schmeckte uns der vom König kredenzte Umtrunk besonders gut.

Der letzte Singabend vor der Sommerpause, der 5. Juli, fand uns bei unserem passiven Mitglied Hinrich Schnakenberg im "Gasthof zu den grünen Tannen". Die Leitung hatte unser Sangesbruder und Ehrenchormeister Bernhard Wiedemann.
Unser Chormeister E. J. Stracke erwartet Bescheid wegen seiner Umsiedlung nach Süd-West Afrika. Mit der Sorge um seine Nachfolge gehen wir in die Sommerpause bis zum 9. August.
Noch in der Sommerpause berieten die Vorstände der Worpsweder Vereine den Ablauf des Erntefestes, das am 3. und 4. September stattfinden soll. Wir sagten zu, uns mit Festwagen und Liedvorträgen am Fest zu beteiligen.

Am 4. August brachten wir Manfred Uffelmann am Vorabend seiner Hochzeit im Hause seiner Schwiegereltern ein Ständchen und überreichten dem Brautpaar ein Geschenk. Wir saßen einige nette Stunden in froher Runde bei freundlicher Bewirtung zusammen.

Am Vorabend des Erntefestes folgten wir einer Einladung des Landwirtschaftlichen Vereins und nahmen mit Frauen am geselligen Beisammensein nach dem Binden der Erntekrone teil. Wir sangen einige Lieder und die Landjugend tanzte und sang.

Am 3. September nahm der Chor auf dem Festwagen am Umzug teil. Auf dem Schröderschen Hof sangen wir zwei Erntelieder. Die Lieder fanden den Beifall der Festteilnehmer.

Am 2. Oktober sangen wir im Erntedankgottesdienst auf Wunsch von Herrn Pastor von Glahn den auch schon während des Festaktes zum Erntefest auf dem Schröder-Hof gesungenen Chor: "Wir haben geackert, wir haben gesät."

In die Besprechungen für unser Herbstvergnügen kam der Besuch unseres alten Freundes Gustav Menze. Sein Vorschlag, zu ihrem Sängerball zu kommen, wurde begeistert aufgenommen. Am 22. Oktober fuhren wir nach Schwanewede und sangen und feierten mit den neuen Freunden.
Unsere Vorträge fanden so starken Beifall, dass wir zu zwei Zugaben "gezwungen" wurden. Leider fiel ein Wermutstropfen in unsere Festfreude, als bekannt wurde, dass sich unser Sangesbruder Karl Nienstedt bei einem unglücklichen Sturz eine Sehne durchschnitten hatte und ins Krankenhaus musste. Auf der Rückfahrt nach Hause konnten wir ihn jedoch zu unserer Freude beim Krankenhaus wieder in Empfang nehmen.
Um Mitternacht überreichten wir in Schwanewede unserem lieben Ehrenmitglied Johann Grotheer zu seinem 83. Geburtstag mit den besten Wünschen für weitere schöne Sängerjahre einen Blumenstrauß.

Am 17. Dezember feierten wir mit unseren Frauen und passiven Mitgliedern unsere Weihnachtsfeier, an der zum ersten Mal Alfred Orgel mit seiner Gattin teilnahm. Alfred Orgel hat sich bereit gefunden, uns als Chormeister zu betreuen, bis wir einen neuen Chormeister gefunden haben. Weihnachtsmann (W. Meissner) und Knecht Ruprecht (A. Schnaars) überreichten uns Geschenke, und wir verbrachten nette Stunden bei Lied, Unterhaltung und gutem Essen, für das wir unserer Wirtin, Frau Else Schröder noch einmal unseren Dank und unsere Anerkennung sagen wollen.

Ernst-Jürgen Stracke, unser guter Freund, nahm dann Abschied von uns. Unser herzlicher Dank und alle guten Wünsche begleiten ihn und seine Familie in sein neues Arbeitsgebiet in Südwestafrika.

Alles in Allem war das Jahr 1966 ein arbeitsreiches, aber auch erfolgreiches Jahr für den Chor. Möge auch 1967 für den Chor und seinen neuen Chormeister, mit dem wir uns eine gute und harmonische Zusammenarbeit wünschen, ein erfolgreiches Jahr im Bemühen um das deutsche Lied sein.

Kück (Schriftführer)
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1967

Bericht über die Arbeit und die Ereignisse im Berichtsjahr

Unsere Hauptversammlung am 31.01.1967 im Gasthof zum Hemberg bestätigte den alten Vorstand durch einstimmige Wiederwahl.
1. Vorsitzender Norbert Löwenberg
2. Vorsitzender Gerhard Sobottka
1. Schriftführer Johann Kück
2. Schriftführer Wilhelm Schake
1. Kassenwart Werner Meißner
2. Kassenwart Hinrich Meyer
Fahnenträger Karl Nienstedt
Stellvertreter Siegfried Paulsen
Fahnenbegleiter Adolf Schnaars, Hinrich Grimm
Notenwarte Hans Wittfogel, Hagen Hubert
Kassenrevisoren Johann Schnakenberg, Heinz Boehnke
Requisitenverwalter Werner Meißner
Festausschuss Dirigent, B. Wiggers, E. Mayer, H. Wittfogel, N. Löwenberg,
B. Wiedemann, W. Meißner, G. Sobottka, Heinz Kommerau

Die Revisoren erklärten, die Kasse geprüft und in Ordnung befunden zu haben, sodass dem Kassenwart Entlastung erteilt werden konnte.
Einstimmig wurde dem Vorschlag, die Sangesbrüder Johann Grotheer und Friedrich Stelljes zu Ehrenmitgliedern zu ernennen, zugestimmt.

Unser Sängerball wurde am 15. April mit dem Gemischten Chor Schwanewede gefeiert. Wir hatten unser Konzertprogramm in drei Teile mit verschiedenen Themen geteilt. Während der erste Teil die Jagd besang ("War ein Jäger", "Ein Jäger wollt" zum Jagen gehen", "Auf, auf zum fröhlichen Jagen"), leiteten der zweite und dritte Teil auf einen heiter, beschwingten Abend hin. Wir sangen: "Rundadinella", "Der Nachtwandler", "Weinland", "Aus der Traube in die Tonne" und "So ein Tag, so wunderschön wie heute".
Sangesbruder Gieschen ehrte die Sangesbrüder Karl Bürckel und Georg Meyer für 50-jährige Mitgliedschaft durch Verleihung des Bundesabzeichens in Gold und überreichte ihnen den Ehrenbrief des DSB.
Sangesbruder Ferdinand Stolte und Sangesbruder Johann Schnakenberg wurden für 40-jährige Mitgliedschaft mit dem Bundesabzeichen mit Goldkranz ausgezeichnet.
Die Sangesbrüder Heinrich Bergen, Wilhelm Schake und Johann Schnakenberg wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt. Nach den Klängen der Kapelle Monsees feierten wir bis tief in die Nacht hinein.
Leider mussten wieder, wie schon so oft, einige Hungrige feststellen, dass der Vorrat unseres Vereinswirts dem Ansturm auf die Küche nicht gewachsen war. Sie mussten hungrig ins Bett.

Die Frühjahrstagung des Wörpe-Wümme-Sängerbundes am 16. April stand ganz in der Vorbereitung des Bundessingens in Huxfeld. Sangesbruder Kück verlas der Versammlung den ersten Brief unseres Freundes E. J. Stracke. Der Brief fand allgemeine Beachtung und Interesse.

Am 10. Mai verstarb unser Ehrenmitglied und langjähriger Notenwart Heinrich Bergen. Wir geleiteten ihn auf seinem letzten Weg und sangen am Grabe "Frei von menschlichen Geboten ruhen aus die teuren Toten".

Beim Bundessingen in Huxfeld am 20. Mai sangen wir "Der Nachtwandler" und "Aus der Traube in die Tonne".
Unser ältester aktiver Sänger, unser am Lied jung gebliebener Sangesbruder Johann Grotheer, wurde für 50-jährige aktive Sängertätigkeit mit dem goldenen Bundesabzeichen, der großen Urkunde des DSB und dem Ehrenbrief ausgezeichnet.
Die vorgetragenen Chorwerke zeigten durchweg gute Chorarbeit. Leider litt die Aufnahme bei den Zuhörern stark darunter, dass ein Zelt nun einmal nicht die Außengeräusche abschirmen kann und zwangsläufig keine besondere Akustik hat.

Der Pfingstsonntag sieht uns am frühen Morgen zu unserem längst Tradition gewordenen Pfingstsingen auf dem Weyerberg. Wir sangen, wie immer einen bunten Strauß heiterer Lieder, den uns die zahlreichen Zuhörer mit reichem Beifall dankten. Nur schade, dass unser Alfred Orgel nicht dabei sein konnte.
Nach einer Stärkung im gastlichen Hause Schwiebert-Mengel sangen wir bei den beiden Worpsweder Altenheimen. Es ist uns jedes Mal eine Freude zu sehen, was den alten Mitbürgern dieser Häuser unsere einfachen Lieder zum Pfingstfest bedeuten. Unser Pfingsterlebnis endete nach einem Spaziergang über den Weyerberg wie seit langem mit frohem Umtrunk im Garten des Café Niedersachsen.

Das Worpsweder Schützenfest, diesmal an zwei Wochenenden, sieht uns an beiden Sonntagen dabei.
Am Sonntag, dem 28. Mai bringen wir dem König, Hinrich ("Rad") Kück das obligatorische Ständchen und beteiligen uns an beiden Sonntagen mit Vereinsfahne am Umzug.
Erstmalig in diesem Jahr wurde ein Pokal der nicht schießenden Vereine gestiftet. Unsere Mannschaft, bestehend aus den Sangesbrüdern G. Sobottka, H. Fahron, A. Schnaars und G. Gerken errang einen sehr guten 2. Platz. Der Silberteller mit Widmung hat einen Ehrenplatz in unserem Vereinslokal bekommen.

Die Sommerpause begann in diesem Jahr am 5. Juli. Die Übungstätigkeit nahmen wir am 15. August wieder auf.
Das bedeutet aber nicht, dass in dieser Zeit absolute Ruhe herrschte.
Eine Abordnung ging am Sonntag, dem 16. Juli auf Achse, und erkundete in Richtung Walsrode.
Am 5. August waren wir dann alle, noch in der Sommerpause, zu Gast bei unserem Sangesbruder Hans Wittfogel. Da war etwas Besonderes los. Wittfogels hatten Silberhochzeit. Wir versuchten, einige Lieder zu singen, was uns zum Teil auch gelang. Ein Sangesbruder sagte mir später, er sei nicht der letzte gewesen, der wegging. Hans Wittfogel habe behauptet, er könne noch nicht gehen, da er abschließen müsse.

Schon am 26. August machten wir dann mit 59 Teilnehmern eine Fahrt ins Blaue. Wir landeten in Walsrode und besichtigten zunächst den Vogelpark. Für die meisten ein seltenes Erlebnis.
Ein großes, parkähnliches Gelände von etwa 50 000 qm dient hier mehreren Tausend Vögeln in über 300 Arten als Lebensraum. Vielen fiel es schwer, diese herrliche, gepflegte Anlage zu verlassen, aber wir wollten ja noch weiter.
Nach nur kurzer Fahrt hielt unser Bus aber schon wieder, und es hieß, wir sind am Ziel, hier bleiben wir. Für die lange Wartezeit auf das Essen, viele warteten über eine Stunde, wurden wir dann aber durch ausgezeichnetes und noch dazu sehr reichhaltiges Essen entschädigt. Das Warten hatte sich gelohnt.
Wir sangen, auch unsere Frauen brachten ein von Frau Mayer improvisiertes "Werk" zu Gehör, und tanzten bis in den neuen Tag hinein. Unser Festausschuss sorgte durch viele lustige Spiele dafür, dass keine Langeweile und keine Müdigkeit aufkamen. Gegen 2 Uhr traten wir dann die Rückfahrt an.

Der Landwirtschaftliche Verein hatte den Verein gebeten, wie auch in den Vorjahren bei der Gestaltung des Erntefestes zu helfen.Wir kamen dieser Bitte gern nach und sangen am 01. Sept. beim Binden der Erntekrone. Zusammen mit unseren Frauen wurden wir mit Kaffee und Kuchen bewirtet und blieben einige Stunden gesellig mit den Gastgebern zusammen. Am Haupttag, dem 03. Sept., beteiligten wir uns mit Festwagen und Marschgruppe am großen Festzug. Beim Festakt in der Bauernreihe sangen wir: "Das Korn wogt leis" im Sommerwind" und "Wir haben geackert, wir haben gesät".

Während des Erntedankgottesdienstes am Sonntag, dem 01. Okt. sangen wir in der Zionskirche den schon auf dem Erntefest gesungenen Chor "Wir haben geackert, wir haben gesät", dazu noch den Choral "Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren" im Satz für Männerchor.

Die Weihnachtsfeier begingen wir wie auch in den letzten Jahren in unserem Übungsraum bei Heinz Schröder. Unsere Frauen und einige passive Mitglieder feierten mit uns. Nach dem ausgezeichneten Essen, es gab Rindsroulade mit gemischtem Gemüse, kam der Weihnachtsmann und verteilte seine Gaben. Knecht Ruprecht half ihm dabei, alles richtig an den Mann (oder die Frau) zu bringen. Gemeinsam gesungene Weihnachtslieder wechselten mit Vorträgen ab, wobei uns Willi Schake Köhnsen in die Erinnerung zurückrief. Herzlichen Dank dafür, Sangesbruder Schake.
Der Chor sang "Heilige Nacht, o gieße du", "Hört die Weihnachtsglocken klingen" und "Heidschi bumbeidschi". Auf Wunsch sangen wir dann noch einige Lieder aus der alten Kiste. Der 1. Vorsitzende und der Chorleiter wünschten allen ein frohes Weihnachtsfest und ein glückliches Neues Jahr.

Nach der Weihnachtsfeier machten wir eine Pause und begannen am 09 Jan. 1968 wieder mit dem Singen.
Das Jahr 1967 war wieder einmal reich an Arbeit und Freude für den Chor. Eine stattliche Anzahl neuer Chorwerke, die wir der Öffentlichkeit erstmalig am Sängerball (23. März) vortragen wollen, wurden erarbeitet. Im Vorjahr hatten wir 9 öffentliche Auftritte zu verzeichnen.
Wir wollen hoffen, dass die Entwicklung, wie sie sich im letzten Jahr beim Besuch der Singabende abzeichnete, noch nicht abgeschlossen ist.
Möge Freundschaft und Harmonie uns und unseren Chorleiter stets bei unserer Arbeit am guten deutschen Lied begleiten.
Dann wird auch 1968 ein erfolgreiches Jahr für den Chor werden.

Johann Kück (Schriftführer)
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1968

Die Hauptversammlung am 27. Jan. 1968 im Gasthof zum Hemberg bestätigte durch Wiederwahl den gesamten Vorstand. Lediglich die Revisoren mussten turnusgemäß neu gewählt werden. Heinz Fahron und Hagen Hubert übernahmen diese Aufgabe für 1968. Damit setzt sich der Vorstand wie folgt zusammen:
1. Vorsitzender Norbert Löwenberg
2. Vorsitzender Gerhard Sobottka
1. Schriftführer Johann Kück
2. Schriftführer Wilhelm Schake
1. Kassenwart Werner Meißner
2. Kassenwart Hinrich Meyer
Fahnenträger Karl Nienstedt
Stellvertreter Siegfried Paulsen
Fahnenbegleiter Adolf Schnaars, Hinrich Grimm
Notenwarte Hans Wittfogel, Hagen Hubert
Kassenrevisoren Heinz Fahron, Hagen Hubert
Requisitenverwalter Werner Meißner
Festausschuss Dirigent, B. Wiggers, E. Mayer, H. Wittfogel, N. Löwenberg, B. Wiedemann,
W. Meißner, G. Sobottka, Heinz Kommerau

Am 9. März trafen wir uns dann mit unseren Freunden und Gästen im Saal des Vereinslokals zum Sängerball 1968.
Wir hatten hart gearbeitet, wollten wir doch wenigstens vor uns selbst bestehen können.
Aber wer von uns hätte erwartet, was dann kam: Das Publikum erzwang sich etliche Zugaben, besonders beim "Chor der Gefangenen" wollten Beifall und "da capo" -Rufe kein Ende nehmen. Wir gaben mit unserem Freund Alfred Orgel diesem "Zwang" gern nach, wussten wir uns doch nun in jeder Beziehung auf dem richtigen Weg. Wir sangen im 1. Teil: "Vom Maurerhandwerk", "Der Windmüller" und "Die Schneider am Rhein";
im 2. Teil: "Heidschi, bumbeidschi", "Das Lied der Berge" und "Chor der Gefangenen";
im 3. Teil: "Jägerchor" aus "Freischütz", "Heut ist heut", und "Frei weg".
Die Kapelle Bernhard Müller sorgte mit Schmiss dafür, dass keine Müdigkeit aufkam, und erst in den frühen Morgenstunden trennte man sich mit der Feststellung, wieder einmal einen Sängerball gefeiert zu haben , wie man ihn nur bei den Concorden feiern kann.

Eine Anregung aus Kreisen der Sangesbrüder, wieder einmal eine Kohl- und Pinkelfahrt zu machen, wurde aufgegriffen. Leider war die Beteiligung von aktiven Sängern zu gering, so nahm man von der Fahrt Abstand.

Am 9. Mai verstarb unser ältester aktiver Sänger, unser Ehrenmitglied Johann Grotheer. Wir gaben ihm am 14. Mai mit Fahne das Ehrengeleit und sangen an seinem Grabe.

Am Pfingstsonntag war dann zum ersten Mal Alfred Orgel bei unserem Pfingstsingen dabei. Wir sangen Lieder vom Frühling, der Jagd und vom Handwerk. Die Frühaufsteher spendeten reichen Beifall. Die frische Morgenluft hatte uns Appetit gebracht, und wir machten uns auf den Weg, um bei Mengel das Frühstück zu verzehren. Wir sangen dann noch bei den beiden Altenheimen einige Lieder und fanden dort wie immer dankbare Zuhörer.
Wie nun schon viele Jahre fanden wir uns dann nach einem Spaziergang über den Weyerberg im "Kaffeehaus Niedersachsen" zu frohem Umtrunk wieder und beschlossen damit unser Pfingstsingen.

Das Bundessingen des Wörpe-Wümme Sängerbundes sollte bei "Dreyer" im Garten gefeiert werden. Leider regnete es, was vom Himmel herunter wollte. Alles musste schnell umdirigiert werden. Das nasse Gestühl wurde in den Saal geschafft und behelfsmäßig getrocknet. Dann kam das Singen der Chöre.
Waren nun alle besonders diszipliniert, weil es so beängstigend eng war? Kreischorleiter Hebers vom Sängerkreis Bremen war erstaunt, solche Leistungen von den Chören zu hören und blieb begeistert mitfeiernd bis zum frühen Morgen.
Wir sangen den "Windmüller" und die "Schneider vom Rhein" und ernteten reichen Beifall.

Gleich der nächste Tag sah uns schon wieder in voller Tätigkeit, galt es doch beim Worpsweder Schützenfest dabei zu sein. Wir brachten dem König (Hans Viohl) ein Ständchen und beteiligten uns mit Vereinsfahne am Umzug.
Am Schießen der Vereine, die keinem Schützenverein angehören, beteiligten wir uns mit zwei Mannschaften.
Die Mär berichtet, dass eine unserer Mannschaften den Damen der Landjugend mit einer "10" liebreich unter die Arme griff. Geholfen haben soll es aber beiden Seiten nicht.

Am 16. Juli trafen wir uns zuletzt vor der Sommerpause. Der Übungsbetrieb lief am 20. August gleich voll wieder an( mit 32 Sängern). Beim Erntefest waren wir dann wieder, wie in den Vorjahren, dabei. Ein Unterschied war allerdings gegenüber früher: Während wir sonst beim Kranzbinden gegen die Geräuschkulisse der sich unterhaltenden Menschen ansingen mussten, wurde es während unserer Vorträge plötzlich still im Saal.
Es war wohl der schönste Dank, den man uns sagen konnte, als unser passives Mitglied und Vorstandsmitglied des Landwirtschaftlichen Vereins Hans Thielking uns nach dem Erntefest am ersten Singabend den Dank des Vereins überbrachte und erklärte, dass ihnen da schlagartig aufgegangen sei: "Die können ja singen."
Am 1. Sept., dem Haupttag des Erntefestes, beteiligten wir uns mit Festwagen und nahmen mit Vereinsfahne am Festzug teil. Beim Festakt auf dem Schröderhof sangen wir: "Die Himmel rühmen" und "Wir haben geackert".

Am 6. Okt. sangen wir im Erntedankgottesdienst "Die Ehre Gottes" von Ludwig van Beethoven und "Das Korn wogt leis"".
Während dieser Zeit der Ernte und des Erntedankes sieht man bei den "Concorden" Leute, die einfach nichts von Ruhe nach der Ernte zu halten scheinen. Sieht man näher hin, erkennt man den Festausschuss bei eifrigster Arbeit (z.B. Luftballonaufblasen).
Und was dann am 19. Okt. als Freimarktfeier bei Heinz Röhrs, Osterwede, steigt, hätte auch in Bremen auf dem Freimarkt nicht überboten werden können. Ich glaube, diese Stimmung hätte da erst einmal erreicht werden müssen.
Was wieder einmal beweist, dass man nicht erst weite Fahrten machen muss, um frohe Geselligkeit zu pflegen und sich vom Alltag und seinen Lasten frei zu machen.
Alle Sangesbrüder, die mit ihren Frauen diesen Abend in frohem Kreis verlebten, werden gern daran zurückdenken. Allen aber, die durch ihre Vorarbeit diesen Abend gelingen ließen, gilt unser herzliches Dankeschön.

Leider lag über der Feierstunde, die sonst einen frohen, gemeinsamen Abschluss des Arbeitsjahres des Vereins darstellte, ein leichter Schatten: Ein großer Teil der Sänger war zur Weihnachtsfeier nicht erschienen. Alle Sänger jedoch, die zu dieser vorweihnachtlichen Feierstunde gekommen waren, gingen mit Vorfreude auf das "Fest der Liebe" im Herzen nach Hause. Bernhard Wiedemann und Alfred Orgel verstanden es, uns durch ihre Vorträge in die rechte Vorweihnachtsstimmung zu. bringen. Ihnen beiden sei dafür herzlich gedankt. Die gemeinsamen Lieder und das vorzügliche Essen halfen mit, die anfängliche Missstimmung zu vergessen.
Alles in Allem eine Weihnachtsfeier, die keinen Anspruch erhebt, als Muster zu gelten, wohl aber, eine Feierstunde unter gleich gesinnten Freunden zu sein.

Und nun, liebe Sangesbrüder, lasst mich bitte noch ein paar Worte zum Abschluss sagen.
Wir haben mit unserem Chorleiter Alfred Orgel, der uns in der kurzen Zeit allen ein rechter Freund geworden ist, wieder einmal die Arbeit eines Jahres erfolgreich zu Ende gebracht.
Die letzten drei Singabende vor dem Sängerball haben gezeigt, dass die Beteiligung an den Singabenden höher liegen könnte, wenn wirklich aufrichtiger Wille aller Sänger dazu beitragen würde.
Lasst uns unserem Chorleiter zu Anfang des Jahres das Versprechen geben, in diesem Jahr einen Besuchsschnitt von 30 Sängern pro Singabend anzustreben.
Wir erleichtern ihm und uns die Arbeit.
Dem Chor und seinem Chorleiter wünsche ich für das neue Vereinsjahr alles Gute, vor allem gutes Einverständnis zwischen Chor und Chorleiter, dann bleiben Erfolge nicht aus.

Johann Kück (Schriftführer)
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1969

Die Jahreshauptversammlung am 4. Febr. im Gasthof "Zum Hemberg" war mit 33 aktiven Mitgliedern sehr gut besucht. Da Norbert Löwenberg bat, ihn wegen der Belastung durch den Neubau der Kasse von den Geschäften des 1. Vorsitzenden zu entbinden, ergab die Neuwahl des Vorstandes folgende Zusammensetzung:

1. Vorsitzender: Arth. Ledertheil
2. Vorsitzender: G. Sobottka

1. Schriftführer: Joh. Kück
2. Schriftführer: H. Uffelmann
1. Kassenwart: W. Meissner
2. Kassenwart: H. Meyer
1. Fahnenträger: K. Nienstedt
2. Fahnenträger: G. Romatzki
Fahnenbegleiter: H. Grimm, A. Schnaars
Notenwarte: H. Wittfogel, H. Hubert
Kassenrevisoren: G. Wehmann, A. Schnaars
Festausschuss: Dirigent, S. Paulsen, Horst Kommerau, H. Domreis, B. Wiggers, H. Hubert, H. Fahron, H. Wittfogel,
H. Uffelmann, E. Mayer, N. Löwenberg, Heinz Kommerau
Musikausschuss: Joh. Schnakenberg, H. Uffelmann, Bernh. Wiedemann, W. Schnarhelt.

Auf einstimmigen Beschluss der Hauptversammlung wurden die Sangesbrüder Georg Meyer und Ferdinand Stolte zu Ehrenmitgliedern ernannt.
Ferner wurde entschieden, an Stelle der Weihnachtsfeier eine Jahresabschlussfeier unter den Aktiven des Vereins zu feiern.

Wir hatten beschlossen, unseren Sängerball, wie früher viele Jahrzehnte, an einem Wochenende zum Schluss des Januars zu feiern.
So kamen wir denn am 25. Januar mit unseren Freunden und Gästen zu Frohsinn, Sang und Tanz zusammen.
Das Konzert stand unter dem Motto: "Lieder Europäischer Völker".
Wir sangen: "Der Abend ist da" (Spanien), "Abend im Gebirge" (Italien), "Das Lied der Berge" (Italien), "Die kleine Fischerbarke" (Dalmatien), "Dreigespann"(Russland), "Monsieur Rousselle" (Frankreich), "Im Garten die Beere" (Russland), "Das Glöckchen" (Russland), "Stjenka Rasin" (Russland).

Die Lieder kamen bei unseren Zuhörern gut an, und was uns besonders freut, auch bei der Kritik. Kennen wir doch alle unseren großen Fehler, am Blatt zu kleben und dadurch den Kontakt mit dem Dirigenten zu verlieren. Umso mehr freuen wir uns, wenn wir so zartfühlend auf unsere Fehler hingewiesen werden, dass wir wohl verstehen, was gemeint ist, dennoch aber nicht der gute Gesamteindruck zerstört wird. Für diese Form der Kritik danken wir Herrn Hühnerbein sehr herzlich.
Ferdi Stolte stand an diesem Abend gleich zweimal im Mittelpunkt. Nachdem ihn Sangesbruder Gieschen für 50-jährige aktive Mitgliedschaft ausgezeichnet hatte, sang er mit mehreren Freunden den Solopart von "Stjenka Rasin".

Nach der flotten Tanzmusik des "Stern-Trio", das Jung und Alt gleichermaßen ansprach, feierte man bis in den frühen Morgen.

Es ist uns allen eine liebe Gewohnheit geworden, in der Frühe des ersten Pfingsttages zu frohem Singen zusammenzukommen und die Frühaufsteher an unserer Freude teilhaben zu lassen. Es sind viele, die sich mit uns schon um 6 Uhr auf dem Schiessstand einfinden.
Wir sangen eine volle Stunde mit nur kurzen Unterbrechungen Lieder, die den Frühling, die Sonne und die Natur zum Inhalt haben. Selbstverständlich dürfen dabei das Wandern, die Liebe und die Jagd nicht fehlen.
Singen in frischer Morgenluft macht hungrig, wen wundert es da, dass es beim Frühstück im gastlichen Hause Mengel keine große Schwierigkeit mit dem Frühstück gab, auch wenn es noch so reichlich war.
Aber ewig konnten wir hier nicht sitzen bleiben. Die drei Altenheime warteten schon auf uns.
Wir sangen bei allen dreien einige Lieder und fanden uns dann nach einem Spaziergang über den Weyerberg wie jedes Jahr im "Kaffeehaus Niedersachsen" wieder zusammen.

Ein froher Umtrunk schloss auch dieses Pfingstsingen wieder ab.

Grasberg war in diesem Jahr gastgebender Verein beim Bundessingen des Wörpe-Wümme-Sängerbundes.
Gesungen wurde im Garten von Kück"s Gasthof.
Es wurde wohl allen deutlich, dass selbst das höchste Niveau des Liedprogramms durch Wetter sehr stark beeinflusst werden kann.
Es wurde aus einem Liedzyklus von Heinz Lemmermann gesungen. Als einziger noch verbliebener Männerchor waren wir wieder einmal Außenseiter und sangen: "Pferde zu vieren traben" und "Monsieur Rousselle".

Beim Worpsweder Schützenfest waren wir dann, wie gewohnt, dabei. Wir beteiligten uns mit Vereinsfahne am Umzug und brachten dem König Willi Ranke ein Ständchen und sangen unter anderem den "Jägerchor" aus dem "Freischütz".
Ein dreifach "Gut Schuss" unserem Sangesbruder Karl Nienstedt, der durch einen gut gezielten Schuss dafür sorgte, dass wir in Bewegung blieben. Ihm zu Ehren, als neuem Schützenkönig, beteiligten wir uns auch am Tage der Schützenfestnachfeier mit Vereinsfahne am Umzug und brachten ihm vor seinem Hause ein Ständchen.
Leider fehlte uns dabei ein zweiter Tenor.
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Doch nun zur Jahresabschlussfeier. Wir wollten etwas Neues. Das, was uns unser Vorsitzender Arthur Ledertheil bei dieser Feierstunde vortrug, ließ die Arbeit, die reichliche Arbeit, einer Gruppe von mindestens vier Mann vermuten. Er machte es allein.
Sein Ziel, uns zum Denken und Nachdenken anzuregen, hat er voll erreicht.
Herzlichen Dank dafür, lieber Freund Arthur.
Herzlichen Dank auch Herrn "Topf", der uns an diesem Abend so gut bediente.
Herzlichen Dank auch unserer Wirtin Frau Else Schröder für das ausgezeichnete Essen.

Wenn wir auch das bei der letzten Hauptversammlung gesteckte Ziel, pro Singabend mit 30 Sängern vertreten zu sein, nicht ganz erreicht haben, sind wir doch wesentlich näher heran gekommen.
Unser Chorleiter kann sich mit uns die größte Mühe geben, wenn immer wieder ein großer Teil der Sänger fehlt, sind alle seine Mühen und unsere Arbeit letztlich umsonst gewesen, und wir werden eines Tages noch nicht einmal mehr ein dörflicher Chor sein.
So weit ist es aber Gott sei Dank noch nicht, und wir alle wollen unserem Dirigenten seine Freundschaft zu uns durch vollen Einsatz, auch bei der Beteiligung an den Übungsabenden, danken.
Der Chor hat im vergangenen Jahr einen erheblichen Schritt nach vorne getan.
Danken wir unserem Chorleiter Alfred Orgel und seinem unermüdlichen Helfer Bernhard Wiedemann, unserem Ehrenchorleiter, der sich verständlicherweise ebenso gut hätte längst zur Ruhe setzen können, für ihren nicht erlahmenden Einsatz.
Mit der Bitte, die Arbeit unserer Chorleitung durch noch bessere Beteiligung an den Übungsabenden zu unterstützen, wünsche ich Chor und Chorleitung ein erfolgreiches Jahr 1970.

Johann Kück (Schriftführer)
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