Chronik 1970 bis 1971

1970

Unser Sängerball unter dem Motto "Froher Sang und Klang" wurde am 24. Januar bei Heinz Schröder gefeiert.
Das Programm, im ersten Teil "An der Weser", "Die Mühle im Schwarzwald" und "Petersburger Schlittenfahrt" und im zweiten Teil "Schiwago-Melodie", die "Schwarzwaldfahrt" und "Sassa" (kubanisches Tanzlied aus der Operette "Maske in Blau") war von den Sängern und Bernhard Wiedemann mit der bewährten Hilfe von Alfred Orgel zur Vortragsreife gebracht worden. Der Beifall der Gäste dankte für die gelungenen Darbietungen.
Die Stimmung im Saal ließ Alt und Jung, vor allem viele Gäste von den benachbarten Vereinen und aus Heeslingen, frohe und gelöste Geselligkeit genießen. Das Stern-Trio unter Waldemar Hein trug mit seiner flotten Tanzmusik viel zum Gelingen des Festes bei und ließ bei den Festteilnehmern keine Müdigkeit aufkommen.
Die Kritik zerhackte dann allerdings gründlich das Klavier, indem sie schreibt: "... denn die harten und falschen Töne des Klaviers, das sowohl in der Mechanik defekt als auch grausam verstimmt war, mussten jedes musikalische Gehör ohrfeigen."
Um dennoch zum Schluss zu schreiben:
"Es hört sich alles so natürlich an, Musik, die die Zehenspitzen den Takt schlagen macht, aber welche Mühe steckt dahinter, dass ein Laienchor diesen Satz vortragen kann. So war der Beifall ehrlich verdient, denn er lobte jene Leistungssteigerung, die den Chor zu schade werden ließ, seine Vorträge von solch einem Klavier begleiten zu lassen. Ein Flügel wäre da gerade gut genug."
Dafür, dass es überhaupt möglich geworden ist, eine solche Kritik unserer Gesangvorträge zu bekommen, danken wir unseren Freunden Alfred Orgel und Bernhard Wiedemann von ganzem Herzen.

In der Hauptversammlung am 17. Februar im Gasthof "Zum Hemberg", die im Vergleich zu anderen Vereinen mit 30 aktiven Mitgliedern gut besucht war, wurde wieder einmal deutlich, welch vielfältige Aufgaben im Laufe eines Jahres von einem Verein der Größe unseres MGV "Concordia" zu lösen sind.
Einen breiten Raum nahm das Bundessingen 1970 ein. Alfred Orgel bat dann, möglichst noch mehr Disziplin beim Besuch der Singabende zu üben. Er wies auf die sehr stark gehäuften Aufgaben, besonders im ersten Halbjahr hin: Pfingstsingen, Bundessingen, 75-jähriges Jubiläum des befreundeten Heeslinger Vereins.
Beim Pfingstsingen wollen wir etwas von der bisherigen Auswahl des Liedgutes abweichen. Wir wollen auch da dem Wunsch unserer Zuhörer, öfter mal etwas Neues zu hören, entgegenkommen.
...
Sehr bald schon sollten die Bedenken, die man hinsichtlich der Beschaffung von Mitteln zum Kauf eines eigenen Klaviers ursprünglich gehabt hatte, zerstreut werden. Ein gutes Instrument, wie für uns geschaffen, wurde uns zum Preise von 700,00 DM angeboten. Und das Wunder geschah: In wenigen Wochen war der volle Betrag durch Spenden aufgebracht.
Eine zusätzlich beschaffte Schutzhülle verhütet Beschädigungen an unserem durch einmaligen Gemeinschaftssinn erworbenen wertvollen Instrument.

Unser Ehrenmitglied und Sangesfreund Wilhelm Schake hatte uns zu seiner Goldenen Hochzeit eingeladen. Wir kamen dieser Einladung gern nach und brachten dem goldenen Ehepaar im Gasthof "Zum Hemberg" ein Ständchen und wünschten beiden noch einen weiteren gesegneten Lebensweg. Das Jubelbrautpaar drückte seinen Dank außer in Worten auch noch durch großherzige Gastfreundschaft aus und wir blieben fröhlich, mit Brautpaar und Gästen feiernd, zusammen.

Am frühen Morgen des ersten Pfingsttages trafen wir uns dann zum Pfingstsingen auf dem Weyerberg wieder. Das Programm war über einen größeren Bogen gespannt, und die Zuhörer dankten uns durch reichen Beifall.
Wie Alfred Orgel schon in der Hauptversammlung bekannt gegeben hatte, war er in der Wahl der Vorträge von der bisherigen Norm abgewichen, und hatte viele Sätze, die uns bei den Sängerball-konzerten gute Erfolge gebracht hatten, in das Programm hinein genommen.
Nach diesem reichhaltigen Programm - wir sangen 16 Chorsätze - strebte alles zum gastlichen Haus "Zum Hemberg", wo das Frühstück schon auf uns wartete.
Gut gestärkt ging es dann weiter zu den drei Altersheimen, deren Bewohner uns schon sehnsüchtig erwarteten. Wir sangen bei allen zur Freude der alten Mitmenschen einige frische Lieder und durften ihres Dankes sicher sein für diese uns schon zur Selbstverständlichkeit gewordene Geste.
Nach einem Spaziergang über den Weyerberg schloss dann unser Pfingstsingen mit Lied und Umtrunk bei unserm Sangesfreund Hermi Schröder in seinem Kaffeehaus "Niedersachsen". Er war uns, wie auch schon sein Schwiegervater, der unvergessene Wilhelm Giesecke , ein vorbildlicher Gastgeber.

Und nun das Bundessingen des Wörpe-Wümme Sängerbundes.
Aus den Veranstaltungen der Vorjahre hatte wir einiges gelernt und hatten uns vorgenommen, diese Fehler nach Möglichkeit nicht zu machen. Die Vorbereitungen begannen mit internen Besprechungen schon im Herbst, und der zeitliche Abstand zwischen den einzelnen Zusammenkünften wurde immer kürzer, je näher der Termin des Festes kam. Es war den Vereinen der Kreisgruppe zunächst noch unverständlich, warum wir schon bis zum 21. März um Hereingabe der Liedmeldungen baten. Auch als den Vereinen detaillierte Mitteilungen für das Sternsingen zugingen, war man, wahrscheinlich auf Grund der gemachten Erfahrungen, noch nicht restlos überzeugt.
Am 23. Mai jedoch waren alle erstaunt über den gut organisierten Empfang und den reibungslosen Ablauf des gesamten Festgeschehens. Dem Festausschuss für seine ausgezeichnete Arbeit, ebenso den Empfangsausschüssen, von dieser Stelle aus ein herzliches Dankeschön.
Nur der Kreisgruppenchorleiter Frech, der sich vorher überhaupt nicht um seine Aufgabe bemüht hatte, vermisste eine Themenstellung. Man nahm das aber nicht besonders ernst, was auch wohl das Beste war.
Leider fühlte sich ein Chor durch die im Grossen und Ganzen sachliche Kritik zu einem Pressekrieg mit dem Kritiker veranlasst. Dies war der einzige unerfreuliche Punkt des Bundessingens 1970,
Gott sei Dank nur am Rande.
Über unseren Chor schreibt der Kritiker:
"Durch die volle Ausnutzung der klanglichen Möglichkeiten, durch Akzentuierung des Rhythmus, durch die diesmal recht angepasste und genaue Klavierbegleitung von Frau Grete Heitmann und durch bestechende Einheit in Tonbildung und Ausklang, Einsatz und Homogenität des Klanges setzte dieser Männerchor den Höhepunkt des Abends."
Es muss wohl so ähnlich gewesen sein. Ich kann mich jedenfalls nicht entsinnen schon einmal bei irgendeinem Chor aus Anlass eines Bundessingens "Da Capo"-Rufe gehört zu haben.
Es sangen bei diesem Singen 11 Chöre:
Zu Gast waren der gemischte Chor "Liederlust" Heeslingen, der Männergesangverein "Frohsinn" Sandhausen und die Singgemeinschaft Sandhausen.

Beim Schützenfest waren wir dann wieder alle dabei, um unserem Fahnenträger und Sangesbruder, diesmal seiner Königlichen Majestät Karl Nienstedt, beim Abholen des Königs ein Ständchen zu bringen.
Wir beteiligten uns mit Vereinsfahne am Umzug und nahmen mit zwei Mannschaften am Pokalschießen der Vereine teil. Unsere I. Mannschaft errang einen ehrenvollen dritten Platz, wenn auch ohne Preis.
Das war am 31. Mai.

Der Männergesangverein "Frohsinn" Sandhausen feierte am 14. Juni, gerade während unseres Schützenfestes, sein 75-jähriges Jubiläum. Leider war es uns nicht möglich, mit dem Chor daran teilzunehmen, eine Abordnung war jedoch da.
Sie fand die gleichen Probleme in Chorleiterfragen, wie wir sie auch haben. Überraschend für uns war der sehr starke Nachwuchs an Sängern in diesem Gebiet. Vor allem gab es dort viele starke Jugendchöre, wenn auch zum Teil noch im Aufbau.

Mit dem Singabend am 1. Juli gingen wir dann in die Sommerpause und fingen am 12. August wieder an zu singen.
Unser Sangesbruder Hagen Hubert war des Alleinseins müde, und er beschloss, in den Stand der Ehe zu treten.
Am Polterabend brachten wir ihm und seiner Braut am 2. Juli, also während der Sommerpause, ein Ständchen und wurden vom Brautpaar und unserem früheren Sangesbruder Hans Hubert und seiner Frau herzlich bewirtet und blieben, unsere Lieder singend, mit Brautpaar, Brauteltern und den Polterabendgästen zusammen.

Das Erntefest wurde in diesem Jahr vom 4. bis 6. September gefeiert.
Der Landwirtschaftliche Verein hatte uns gebeten, bei der Durchführung des Erntefestes zu helfen.
Wir waren mit unseren Frauen zum gemütlichen Beisammensein nach dem Binden der Erntekrone eingeladen und sangen zur Unterhaltung mehrere unserer Lieder.
Am Haupttag des Erntefestes, Sonntag, dem 6. September, beteiligten wir uns mit Wagen und Marschgruppe am Festzug, der wieder aus über 30 Festwagen bestand.
Beim Festakt auf dem Schröderhof sangen wir: "Die Ehre Gottes" und "Wir haben geackert".
Wir hatten unseren Wagen unter das Motto "Aus der Traube in die Tonne" gestellt und fanden mit der Ausführung die Zustimmung der wieder einmal sehr zahlreichen Zuschauer überall an den Straßen und Plätzen im Ort. Allen an der Gestaltung des Wagens beteiligten Sangesfreunden herzlichen Dank.

Unser Freimarktsfest fand im letzten Jahr am 24. Oktober in Dreyer"s Landhaus in Westerwede statt. Unser alter Freund Willi Dorsch war wieder einmal bei uns zu Gast, und wir verlebten mit ihm und seiner Frau nette Stunden bei der gepflegten Gastlichkeit von Fidi und Herta Dreyer. Wir empfanden wieder einmal, wie schön es ist, wenn man vor dem Trinken nicht erst nachsehen muss, ob das Glas auch sauber ist.
Nach dem Singen bestätigte uns Willi Dorsch, dass wir das Singen noch nicht verlernt hätten.

Am 8. November waren wir Gastgeber für die Herbsttagung des Wörpe-Wümme-Sängerbundes. Wir sangen zur Begrüßung einige Lieder und erhielten von der Versammlung noch einmal den Dank für die gute Planung und Durchführung des Bundessingens 1970 ausgesprochen. Im Verlauf der Versammlung stellte der Kreisgruppenchorleiter Frech fest, dass dieses Amt nach seiner Meinung keine Aufgaben hätte, und trat zurück. Man verblieb so, dass der Chorleiter des Vereins, der das Bundessingen ausrichtet, die Funktion des Kreisgruppenchorleiters, soweit sie das Bundessingen betrifft, mit wahrnehmen soll. Der Vorsitzende H. Gieschen gab dann bekannt, dass am 7. März 1971 in der "Glocke" ein Wertungssingen durchgeführt werden soll. Da der Kreischorleiter Rebers Wert darauf legte, dass der MGV "Concordia" an diesem Wertungssingen teilnähme, habe er eine halbe Zusage gegeben. Nach kurzer Beratung, und nachdem wir uns darüber informiert hatten, was da erwartet wird, sagten wir dann ebenfalls zu.

Unser langjähriger 2. Vorsitzender und jetziges Ehrenvorstandsmitglied Georg Meyer konnte am 2. Dezember mit seiner Frau Anna das Fest der Goldenen Hochzeit begehen. Das Brautpaar wollte uns gern dabei haben, befürchtete aber, dass die Räumlichkeiten bei der Hochzeitsfeier bei Röhrs nicht ausreichen würden. So hatte man dann den Verein zum Vorabend der Goldenen Hochzeit, dem 1. Dezember, in die Wohnung eingeladen. Wir sangen dem Brautpaar außer seinem Lieblingslied "Du, du liegst mir im Herzen" noch viele Lieder. Begeistert sang unser alter Freund die alten Lieder mit und sparte bei den neueren Liedern nicht mit seinem Beifall. Womit er ebenfalls nicht sparte, war die gute Bewirtung. Man musste schon aufpassen, dass einem nicht sofort nachgeschenkt wurde, wenn man das Glas geleert hatte. So verging die Zeit bei Lied und Plauderei wieder einmal viel zu schnell.

Zum 12. Dezember hatte die Arbeiterwohlfahrt die alten Mitbürger aus Worpswede und der Umgebung zu einer Adventsfeier mit Kaffee und Kuchen eingeladen. Wir waren gebeten worden, durch einige Lieder zum Gelingen beizutragen. Wir hatten vier Liedvorträge vorgesehen. Die Freude und der Beifall unserer Zuhörer ließ uns aber fast das Doppelte an Vorträgen bringen.
Wir wurden durch Walter Müller und seine emsigen Helfer mit Kaffee und Kuchen bewirtet, auch einige Runden Korn fehlten nicht. Als wir dann nach einem Einakter der Spielgemeinschaft Trupermoor geschlossen nach Haus gingen, gingen wir durch ein Spalier Beifall klatschender alter Mitmenschen, die die Sorgen des Alltags für ein paar Stunden vergessen hatten. Allein dieses Gefühl, Freude gegeben zu haben, wäre schon ein schöner Jahresabschluss gewesen.

Am 19. Dezember trafen wir und dann noch einmal, um zum Schluss des Vereinsjahres ein paar gemeinsame Stunden, losgelöst von allen Pflichten, im Kreis der aktiven Sänger zu verleben. Wir hatten uns diesmal kein festes Programm vorgenommen und wollten sich alles zwanglos abwickeln lassen.
Nach dem Essen, es gab diesmal Rindsrouladen mit Erbsen und Wurzeln, kamen dann verschiedene Sangesfreunde mit Vorträgen zu Wort und es wurde ein netter Abend. Für Getränke sorgte, wie auch schon im Vorjahr, Herr Topf.

Wir wollen das Jahr 1970 aber nicht abschließen, ohne unserem Freund und Dirigenten Alfred Orgel für alle seine Mühe und Arbeit, die er mit uns gehabt hat, zu danken.
Das Jahr 1970 hat uns hart ran genommen, hat uns aber auch schöne Erfolge gebracht.
Möge uns allen im neuen Vereinsjahr die Freude an der gemeinsamen Arbeit nicht nur erhalten bleiben, sondern noch gestärkt werden, dann ist mir um Bestand und Weiterentwicklung des MGV "Concordia" nicht bang.

Johann Kück (Schriftführer)
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Ein Singspiel auf dem Sängerball

Ein Singspiel auf dem Sängerball

Ein kleines Theaterstück auf dem Sängerball

Ein kleines Theaterstück auf dem Sängerball

1971

Unser langjähriger Fahnenträger und auch schon etliche Jahre Ehrenmitglied Fr. Stelljes beging am 29. Januar seinen 75. Geburtstag. Da es gleichzeitig der letzte in seinem Hause sein sollte, er wollte ins Altenheim Diedrichshof umsiedeln, war es Grund genug für uns, ihn mit unseren Liedern zu besuchen. Es wurde fast ein Singabend daraus, denn unser alter Freund konnte mit Freudentränen in den Augen nicht genug von den alten Liedern hören, die er noch in unserer Mitte gesungen hatte. Aber auch neue Lieder brachten wir zu Gehör und fanden beim Jubilar und seinen Gästen dankbare Zuhörer.
Unseren Sängerball feierten wir, wie immer, im Saal von Heinz Schröder. "Frohe Trink und Weinlieder" hieß das Motto, und wir brachten unseren Gästen eine bunte Liedfolge zu Gehör.
Wir sangen: "Trinklied", "Weinland", "Ich weiß ein Fass in einem tiefen Keller", "Trinklied" aus Polen (im Satz von Heinz Lemmermann), "Chianti-Lied".
Im zweiten Teil ging es dann weiter mit: "Frater Kellermeister", "In jedem vollen Glase Wein", "Aus der Traube in die Tonne" und dem "Nachtschwärmer" von C. M. Ziehrer.
Ein wohl abgewogenes Programm, das uns an den Übungsabenden viel Arbeit und Disziplin abverlangt hatte.
Nach den Klängen des "Stern Trios" unter Waldemar Hein wurde dann fleißig das Tanzbein geschwungen bis sich dann, es mag kurz nach Mitternacht gewesen sein, plötzlich zwei Pausen begegneten. Zuerst spielte die Kapelle vor fast leerem Saal, weil der größte Teil der Sänger und ihrer Gäste zum Essen gegangen war.
Dann jedoch wurden die Musikanten vom Wirt zu Tisch gebeten, und der Saal war ohne Musik. Selbstverständlich blieb das nicht ohne Folgen für die Stimmung.

Die Jahreshauptversammlung am 12. Februar 1971 im Gasthof "Zum Hemberg" war mit 29 Mitgliedern sehr gut besucht. Die Berichte des Schriftführers und des Kassenwarts zeigten ein reges und gesundes Vereinsleben und zeugten vom allerbesten Willen aller Mitglieder. So konnte der Schriftführer Johann Kück von einem noch verbesserten Besuch der Singabende berichten, obwohl die Zahl der öffentlichen Auftritte und damit die Belastung jedes einzelnen Sängers wesentlich erhöht wurde.
In den Vorjahren trat der Chor 8- bis 9 Mal vor die Öffentlichkeit, dagegen kam es im Berichtszeitraum zu 13 öffentlichen Veranstaltungen, darunter das mit erheblichem Organisationsaufwand verbundene Bundessingen.

Wenn sonst der Sängerball und das Konzert für die Sänger die Höhepunkte der Jahresarbeit bildeten und nach dem Ball eine kurze Verschnaufpause kam, war im verflossenen Jahr nicht daran zu denken. Galt es doch, die zum Wertungssingen gemeldeten drei Lieder so zu erarbeiten, dass sie auch den kritischen Ohren der Wertungsrichter genügen möchten.
Unser Alfred Orgel nahm uns in diesen 6 Wochen ganz schön ran und kannte gegen sich selbst und uns keine Rücksicht. Und doch hatten alle ihre Freude daran zu merken, wie im Chor die Sicherheit wuchs.
Als wir dann am 7. März vor der Abfahrt zum Wertungssingen die drei gemeldeten Lieder noch einmal ansangen, wussten alle, dass wir uns auf keinen Fall blamieren würden.
Das Singen wäre um ein Haar für den Sängerkreis Bremen zu einem Reinfall geworden, denn man hatte offensichtlich vergessen, sich darum zu kümmern, ob das Restaurant an dem Tag geöffnet hatte. In der Garderobenhalle wurde ein Verkaufsstand für Getränke improvisiert; was jedoch ganz und gar nicht improvisiert war, waren die Preise, gegen die die Preise in den Worpsweder Lokalen verblassten.
Das Singen wurde ein voller Erfolg, und wir konnten eine recht gute Wertung ersingen.
Wir sangen: "Die Schneider am Rhein" und "Monsieur Rousselle". Das von uns gesungene "Monsieur Rousselle" von Seeger wurde von den Bremer Nachrichten neben Bresgens "An der Grenze", Bartoks "Der Bummler" und dem "Zena, zena" von Lemmermann als musikalischer Höhepunkt bezeichnet.
Die offizielle Wertung der Jury, die übrigens nicht nur, wie die Presse schrieb, guten Rat erteilte, sondern sehr kritisch urteilte, kam dann nach Aufzählung aller gemachten Fehler zu dem Ergebnis, dass sich "der Chor mit gutem Geschick der ihm gestellten Aufgabe widmete".

Für den darauf folgenden Sonnabend, den 13. März, hatten unsere passiven Freunde Berta und Heinz Fürhoff uns gebeten, zur Feier ihrer Silberhochzeit einige Lieder zu singen. Dieser Bitte kamen wir gern nach, zählen doch beide zu unseren zuverlässigsten Freunden.
Wir sangen die beiden beim Wertungssingen in der Glocke gesungenen Sätze und noch anderes mehr und ernteten dafür den Beifall der Hochzeitsgesellschaft.
Das Jubelpaar dankte beim Umtrunk mit herzlichen Worten für unsere Vorträge.

Wenn wir uns in der Morgenfrühe des ersten Pfingsttages auf dem Weyerberg treffen, um das Pfingstfest und die schönere Jahreszeit einzusingen, ist uns dies längst ein liebes Bedürfnis geworden. Viele Zuhörer hatten sich auch jetzt wieder eingefunden, um sich an unseren frischen Liedern zu erfreuen und mit Beifall nicht zu sparen. So sangen wir von 6.00 bis 7.00 Uhr, um dann das von der Familie Mengel-Meyer in bekannt guter Weise hergerichtete Frühstück gemeinsam einzunehmen.
Nach dem Frühstück ging es dann weiter zu den Altersheimen. Wir sangen auch dort einige Lieder und ließen unser Pfingstprogramm mit einem Spaziergang über den Weyerberg und Lied und Umtrunk im "Kaffeehaus Niedersachsen" ausklingen.

Das Bundessingen des Wörpe-Wümme-Sängerbundes war diesmal verbunden mit dem 50-jährigen Jubiläum des Gemischten Chores Moorende. Am 5. Juni brachte der Jubilar vor geladenen Gästen ein mehr als ausgereiftes Konzert und nahm bei dieser Gelegenheit die Glückwünsche der befreundeten Vereine und der Abgeordneten der Gemeinden und des Landkreises entgegen.
Bei der Durchführung des Bundessingens hatte der gastgebende Verein in der Wahl der eingeladenen Freundschaftsvereine einen besonders guten Griff getan. Diese Vereine, wie das "Plattdütsche Dubbelquartett för Hemeln un Umto", der Männerchor Weye, der "Frauenchor ohne Namen" aus Osterholz-Scharmbeck, und der MGV "Concordia-Thalia" aus Ritterhude brachten eine echte Bereicherung für das Programm.
Bei den Chören der Wörpe-Wümme-Gruppe wurde das erste Auftreten eines beachtlich großen Kinderchores aus Borgfeld mit Beifall aufgenommen. Das Niveau war, wie die Presse schreibt, beachtlich hoch, und bei den ländlichen Chören sei eine beträchtliche Leistungssteigerung zu verzeichnen.

Und am 13. Juni wurde der Haupttag des Worpsweder Schützenfestes gefeiert. Der Verein beteiligte sich mit Vereinsfahne am Festzug und brachte dem König Jürgen Behrens ein Ständchen. Doch dann kam ein Gewitterregen, der den wohl größten Teil der Umzugteilnehmer im Laufschritt Richtung auf das Festzelt nehmen ließ.
Aber Gewitter haben ja Gott sei Dank die Eigenschaft, einmal aufzuhören, und ein reger Schieß- und Festplatzbetrieb lief ab. Auch beim Pokalschießen der Vereine nahm eine Mannschaft unseres Vereins teil und lag, wenn auch ohne Pokal, gut im Rennen.

Am 13. Juli war der letzte Singabend vor der Sommerpause. Der 24. August sah dann den größten Teil der Sänger zum ersten Singabend nach der Sommerpause wieder.
Und gleich ging es wieder voll an die Arbeit, galt es doch, sich auf das Erntefest vorzubereiten.
Am Freitag, dem 3. September waren wir beim dem Binden der Erntekrone dabei, den geselligen Teil durch unsere Lieder mitgestalten zu helfen. Mit unseren Frauen, der Landjugend und den Mitgliedern des Landwirtschaftlichen Vereins verlebten wir ein paar schöne Stunden bei Kaffee und Kuchen, Tanz und den Darbietungen der Landjugend.
Am Sonntag, dem Haupttag des Erntefestes, nahmen wir mit Festwagen am Festzug teil und sangen während des Festaktes auf dem Schröder-Hof.

Unser langjähriger Vorsitzender und Ehrenvorsitzender Karl Bürckel hatte am 15. Dezmber Geburtstag, genauer gesagt den 75. Wir hatten in Erfahrung gebracht, dass nach dem offiziellen Empfang am Vormittag im Haus des Handwerks in der Kreisstadt am späten Nachmittag eine private Feier im "Deutschen Haus" in Worpswede stattfinden sollte. Schon immer war unser Freund Karl Bürckel ein großer Verehrer unseres Kulturgutes "gutes Volkslied" gewesen, und wir erfüllten ihm diesen unausgesprochenen Wunsch und sangen ihm, verbunden mit den besten Wünschen für weiteres Wohlergehen, die ihm und uns lieben Lieder.
Seine Freude über unsere Lieder und vor allem, dass der MGV "Concordia", auch trotz seiner Ausflüge ins Moderne, seine alte Tradition pflegt und bewahrt, zeigte er uns in seinem Dank, den er beim Umtrunk durch einen Händedruck jedem Sänger sagte.

Der 18. Dezember sah uns dann, wenn auch nicht ganz so vorgeplant, gleich dreimal aktiv.
Für den Nachmittag hatte uns die Arbeiterwohlfahrt uns gebeten, die Adventsfeier für alte Mitbürger mitgestalten zu helfen.
Der Wirt des Worpsweder Landhauses, unser passives Mitglied Manfred Wagschal, hatte kurz vor Beginn der Feier für unsere alten Worpsweder einen Bus mit Leuten aus einem Bremer Altersheim zum "Deutschen Haus" umdirigieren müssen und hatte bei dieser Gelegenheit über das Programm erzählt.
Der Leiter der Gruppe bat daraufhin Herrn Wagschal, uns zu bitten, wenn es sich irgend einrichten ließe, auch bei ihnen einige Lieder zu singen. So sangen wir dann in einer Pause zwischen unseren Vorträgen auch noch im "Deutschen Haus" 4 - 5 Lieder und bekamen als Dankeschön vom Leiter dieser Bremer Gruppe eine Spende überreicht.
Unsere Vorträge bei der Adventsfeier wurden mit großem Beifall aufgenommen, und auch wir hatten unsere Freude an dem auf Unterhaltung abgestimmten Programm.

Am Abend trafen wir uns dann zu unserer Jahresabschlussfeier im Hotel "Café Worpswede".
Unsere Ehrenmitglieder waren zu dieser kleinen Feierstunde eingeladen, und wir konnten neben den noch aktiv mitsingenden Ehrenmitgliedern unseren Ehrendirigenten H. J. Höper , unseren Ehrenvorsitzenden Karl Bürckel sowie unseren Freund Johann Schnakenberg begrüßen.
Bei gutem Essen, gepflegten Getränken, die diesmal unser guter "Herr Topf" für uns bezahlte, und Lied und Vortrag durch etliche Sangesfreunde verging uns die Zeit wie im Fluge.

Ein Jahr im MGV "Concordia" ist wieder einmal in die Geschichte des Vereins eingegangen. Es war ein volles, rundes Jahr, reich an Arbeit, reich an Erfolgen, aber auch reich an Freude.
Neue Freundschaften wurden geschlossen, die, so hoffen wir alle, für alle Seiten ein weiterer Anstoß sein sollen, nicht nachzulassen in den Bemühungen um das gute deutsche Liedgut.
Mag auch der eine oder andere über die Vielzahl der Veranstaltungen im letzten Jahr innerlich gemurrt haben, unser Dirigent und Freund Alfred Orgel und unser alter Freund Bernhard Wiedemann mit seinen 77 Jahren gingen uns immer mit gutem Beispiel voran.
Ich glaube, ich darf ihnen an dieser Stelle einmal von Herzen den Dank aller Sangesfreunde sagen.
Für das neue Vereinsjahr wünsche ich dem MGV "Concordia" und seinem Dirigenten weiterhin Freude am gemeinsamen Schaffen. Wenn wir uns immer wieder umeinander in Freundschaft bemühen, wird uns auch der Erfolg treu bleiben, und wir können beruhigt dem 110. Vereinsjahr entgegensehen.

Kück (Schriftführer)
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