Chronik 1972 bis 1978

1972

Der Sängerball am 29. Januar wie immer bei Heinz Schröder gefeiert, stand unter dem Motto: "Volkslieder aus alter und neuer Zeit".
Wir sangen im ersten Teil: "Dort unten in der Mühle", "Sah' ein Knab ein Röslein stehn" und "Am Brunnen vor dem Tore". Im zweiten Teil wurde gesungen: "Das Lied der Berge", "Pferde zu vieren traben" und "Petersburger Schlittenfahrt".
Im 3. Teil bildeten dann moderne Sätze den Schluss: "El Condor Pasa , "Senorita Pepita", "La Cucaracha

Eine Abordnung der als Patenkompanie vorgesehenen Einheit aus Schwanewede unter der Leitung ihres Kompaniechefs Hauptmann Reyels sang zwischen dem 2. und 3. Teil einige Lieder und stellte damit ihren Willen zu einer Zusammenarbeit unter Beweis. Wie uns allen später bekannt wurde, liegt aber das Befinden über die Form einer Patenschaft in der Einstellung des jeweiligen Einheitsführers.
Die Kapelle Meyer-Bergedorf machte ihre Sache sehr gut, und ließ unsere Gäste und uns nicht zur Ruhe kommen, und es wurde ein Sängerball, wie ihn auch unsere Freunde schätzen.

Unser Ehrenmitglied W. Schake war nach langer Krankheit zu seinem Geburtstag wieder zu Hause, und da wir seine Liebe zum Chorgesang kennen, brachten wir ihm im Garten seines Hauses ein Ständchen.
Die große Freude, wieder einmal die Sängerfamilie um sich zu haben, fand ihren Niederschlag in den bewegten Worten des Dankes. Gern kamen wir seiner Einladung zu einem Umtrunk nach, und unserem Freund fiel der Abschied von uns schwer.

Wie schon in der Aufzählung der Ereignisse erwähnt, verstarben unsere Freunde Jonny Schnakenberg und Ferdi Stolte und wurden am 26. Februar bzw. 16. Juni zu Grabe getragen. Wir gaben beiden mit Fahne das letzte Geleit und sangen am Grabe ein letztes Lied.

Zur Jahreshauptversammlung trafen wir uns am 26. Febr. im Gasthof "Zum Hemberg". Leider war die Versammlung mit 21 Mitgliedern, darunter der Chorleiter und ein förderndes Mitglied, nicht sehr stark besucht.
Die Berichte von Schriftführer und Kassierer zeigten ein gesundes Vereinsleben auf, wenn auch der Schriftführer in seinem Bericht einen Rückgang im Besuch der Singabende von 27,65 Sängern im Schnitt je Singabend auf 26 Sänger zu vermelden hatte.
Kassenführung und Vorstand wurden einstimmig Entlastung erteilt.

Es wurde Wiederwahl des Vorstandes beantragt. Der langjährige Fahnenträger, unser Sangesfreund Karl Nienstedt, bat jedoch, ihn wegen seiner Unfallverletzung zu entlasten und einem jüngeren Sangesfreund die Fahne zu übergeben. Da außerdem der Antrag gestellt wurde, junge Sangesfreunde als stimmberechtigte Mitglieder in den Vorstand zu wählen, ergab die Wahl folgenden Vorstand:

1. Vorsitzender: A. Ledertheil
2. Vorsitzender: H. Fahron
1. Schriftführer. J. Kück I
2. Schriftführer: G. Gloxin
1. Kassenwart: W. Meißner
2. Kassenwart: H. Meyer
1. Fahnenträger: J. Kück II
2. Fahnenträger: G. Romatzki

Stimmberechtigte junge Vorstandsmitglieder : M. Frerichs, G. Wehmann, Horst Kommerau.

Fahnenbegleiter: H. Grimm, Adolf Schnaars
Notenwarte: H. Wittfogel, H. Hubert
Kassenrevisoren: H. Boehnke, K. Frerichs
Festausschuss: A. Orgel, S. Paulsen, Horst Kommerau, G. Gloxin, Burkhard Wiggers, H. Hubert, H. Fahron, H. Wittfogel, H. Uffelmann, E. Mayer, K. Löwenberg, Heinz Kommerau.

Beim Ständchen beim Schützenkönig soll sichergestellt werden, dass der König auch etwas vom Singen hört und unsere Liedvorträge nicht im allgemeinen Volksgemurmel untergehen.
Karl Nienstedt sagt zu, sich dafür einzusetzen, und, wie das letzte Schützenfest zeigt, konnte er Verständnis für unser Anliegen finden.
Zur Benachrichtigung aus besonderen Anlässen soll ein Telefonverzeichnis angelegt und an alle Sänger verteilt werden.
Man soll nur dann Freundschaften mit anderen Chören aufnehmen, wenn man auch gewillt und in der Lage ist, diese Freundschaft zu pflegen.
Es wurde beantragt, die zum Sängerball eingeladenen jungen Leute noch einmal anzusprechen. Leider kam dabei nichts heraus.

Es gibt einige feste Veranstaltungen im Laufe des Jahres, die einfach dazugehören.
Es sind dies das Pfingstsingen, mit dem anschließenden Frühstück und dem Singen bei den Altersheimen,
das Bundessingen des Wörpe-Wümme-Sängerbundes, diesmal im Borgfelder Landhaus mit seinen bekannten Preisen und
die Beteiligung am Schützenfest, bei dem wir diesmal beim Königsständchen ohne Beeinträchtigung durch Unterhaltung der Besucher unsere Lieder singen und beim Pokalschießen erstmals den Pokal gewinnen konnten.
Ebenso ist aus diesem festen Programm die Beteiligung am Erntefest mit vorhergehendem Singen nach dem Binden der Erntekrone nicht fort zu denken.
In diesem Jahr gab es jedoch viel Neues für uns.

Zur Eröffnung des Vereinsheims des FC Worpswede wurden plötzlich Sänger zu Fußballspielern und zeigten fast Oberligareife. Zumindest was den Konsum von Schnaps betraf, waren sie jedem Oberligaverein weit überlegen. Auch ein Helmut Schön hätte an diesem schnellen Spiel seine Freude gehabt; er wäre ja wohl kaum dienstlich in Worpswede gewesen.
Eine weitere Sportveranstaltung, die 75-Jahr-Feier des TSV, erforderte unsere Teilnahme. Jedoch genügte diesmal für uns Marschieren und Singen. Das Turnen konnten wir den Sportlern überlassen.
Am 8. Juli machten unsere Freunde aus Großenkneten ihren Gegenbesuch bei uns. Leider kamen sie erst so spät hier an, dass kaum mehr Zeit zur Verfügung stand, als ein Abendbrot zu sich zu nehmen. Wir trafen uns mit ihnen bei Fr. Dreyer und verlebten einen frohen, geselligen Abend bei Lied, Tanz und angeregtem Gespräch. Es wäre gut, wenn diese Freundschaft von Dauer wäre.

Zu Beginn meines Berichts war von Leid um verstorbene Freunde die Rede. Doch auch von Freude kann ich berichten.
Wir waren von den Freunden Meißner und Nienstedt zur Silberhochzeit gebeten worden. Auch unser lieber Vorsitzender Arthur Ledertheil konnte zu seinem 60. Geburtstag nicht übergangen werden. Bei allen drei Feiern sangen wir einige Lieder und unser Arthur durfte als Erster eine Kostprobe der Arbeit unseres unermüdlichen Bernhard Wiedemann von der Harmonikagruppe hören. Allen dreien und ihren Frauen herzlichen Dank für die Bewirtung.

Unseren Freimarktsball feierten wir am 28. Okt. bei Otten in Adolphsdorf. Ein Bus brachte in mehreren Fahrten die vielen Freunde zum Festlokal, das wir an diesem Tag für uns allein hatten. Kaum waren die letzten Besucher eingetroffen, setzte an allen Ständen der Spielbetrieb ein und die Kapelle, diesmal eine Notlösung des Wirts, da seine Hauskapelle an diesem Tag nicht zur Verfügung stand, spielte zum Tanz auf.
Als zu später Stunde wieder mit dem Bus die Heimfahrt angetreten wurde, herrschte an allen Tischen die beste Stimmung. Aber einmal muss ja leider Schluss sein. Dieser schöne Abend war für viele Freunde der Anstoß, unserem Verein als förderndes Mitglied beizutreten.
Leider war der Saal wegen schlechter Akustik für Chordarbietungen nicht besonders gut geeignet.

Die Freiwillige Feuerwehr unter ihrem rührigen jungen Gemeindebrandmeister Jan-Peter Blanke hatte uns gebeten, beim Feuerwehrball am 4. Nov. mit einigen Liedern zur Gestaltung beizutragen. Obwohl wir uns darüber im Klaren waren, welche Lawine von Einladungen und Bitten um Mitwirkung auf uns zukommen, wenn alle Vereine so verfahren würden, blieb uns zunächst gar keine andere Wahl als zuzusagen. Wie Recht wir mit unseren Bedenken hatten, zeigte sich, als es einfach nicht gelang, die für Chorvorträge nötige Ruhe in den Saal zu bringen. Aus diesem Grunde war es uns leider unmöglich, das vorgesehene Programm zu singen, und wir brachten nur den ersten Teil.

Um die Durchführung des Übungsprogramms sicher zu stellen und die Beteiligung an den Singabenden zu erhöhen, sollte man vielleicht in Zukunft die Zahl der "Nebenbeiauftritte" auf ein für alle aktiven Sänger, die ohnehin stark beruflich beansprucht sind, vertretbares Maß herabsetzen.

Bei der Altenadventsfeier der Arbeiterwohlfahrt, diesmal bei Dreyer, sangen wir wieder unsere Lieder und verbrachten einige nette Stunden in ihrem Kreis. Als Theatergruppe trat diesmal Mevenstedt auf, und wir hatten dabei Gelegenheit, unseren alten Sangesfreund Helmut Engelken als Schauspieler in voller Aktion zu bewundern.

Als letzte Veranstaltung des Jahres war die Jahresabschlussfeier ein voller Erfolg. Das Essen, Eisbein mit Sauerkraut, von Else Schröder wie von Muttern zubereitet, schmeckte allen vorzüglich. Auch Herr Topf hatte kräftig hingelangt, so dass dem Einzelnen außer dem Essen kaum Kosten entstanden.

Unser Arthur hatte mit einem kleinen Stab eine, man kann es ruhig so nennen, Festschrift erarbeitet und für jeden Sänger ein Exemplar gedruckt. Die Rückseite war für die Namenszüge der Sangesfreunde, die dabei waren, frei gelassen worden. Es wurde ein schöner Abend, an dem die Freundschaft unter Sängern sehr deutlich wurde. Auf jeden Fall haben die Sangesfreunde, die dieser Feier fern blieben, viel verpasst, und sich selbst damit auf gar keinen Fall einen Gefallen getan.
Die Beiträge der Schrift wurden teils mit Schmunzeln, teils mit befreiendem Lachen quittiert. Bestimmt ungeteilten Beifall fand "Der neueste Sportbericht vorn Weyerberg". Auch die Form der Anerkennung der Arbeit unserer beiden Dirigenten fand die volle Zustimmung aller Festteilnehmer.

Das Jahr 1972 ist gelaufen. Unsere beiden Dirigenten Alfred Orgel und Bernhard Wiedemann haben in diesem Jahr eine gute Portion Mehrarbeit mit uns zu bewältigen gehabt. Wir wollen ihnen von dieser Stelle noch einmal unseren Dank sagen. Aber nicht nur das:
Lasst uns um ihre Freundschaft bemüht bleiben, indem wir ihre Arbeit am Lied und Chor durch unsere noch bessere Mitarbeit unterstützen.
Wenn auch allzu leicht vieles als selbstverständlich angesehen wird, möchte ich im Namen aller Mitglieder unserem Arthur Ledertheil für seine zu Nutz und Vorteil des MGV Concordia geleistete Arbeit den herzlichsten Dank aussprechen.
Dem Verein wünsche ich zu seinem 110. Jahre weiterhin gute Erfolge.

Kück (Schriftführer)
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1973

Das Jahr 1973 war wieder einmal für alle Sänger ein rundes, volles Jahr.

Wir eröffneten den Reigen der Veranstaltungen am 27. Januar mit unserem Sängerball bei Heinz Schröder und hatten unsere Liedvorträge unter das Motto "Lieder und Tänze aus aller Welt" gestellt. Als Gastchor wirkte das "Körner-Doppelquartett" aus Hemelingen mit.

Unser Programm bestand aus:
im 1. Teil: "Ein lustiges Leben", "Bella Bimba", "La Morettina", "Frohes Wandern und Säbeltanz":
im 2. Teil: "Da bin ich glücklich", "Nina", "Mexico", und "Funiculi-Funicula".
Die Liedvorträge kamen gut an, und die flotte Tanzmusik der Kapelle Meyer-Bergedorf ließ im Verein mit der frohen Sängerfamilie ein harmonisches Ballfest ablaufen, das erst zu später Stunde sein Ende fand und in noch so manchem Familienkreis weiterging.

Freud und Leid liegen leider oft dicht beieinander, und so mussten wir unserem Ehrenmitglied Willi Schake am 30. Januar die letzte Ehre erweisen. Wir folgten seinem Sarge und sangen am Grab.

Am 6. Februar trafen sich der Dirigent und 29 aktive Mitglieder zur Jahreshauptversammlung beim Vereinswirt Herbert Haar; leider waren keine fördernden Mitglieder erschienen. Der Bericht des Schriftführers konnte erfreulicherweise ein Anwachsen des Mitgliederbestandes von 112 auf 120 aufweisen, ebenso erfreulich vermerkte dieser Bericht einen leichten Anstieg der Singabendbesuche.
Dass auch an unserem MGV "Concordia" die Preissteigerung nicht vorbeigegangen ist, bewies der Bericht des Kassenwarts, der uns trotz sorgsamster Kassenführung ein Schrumpfen des Kassenbestandes von 900,- auf 300,- DM vermelden musste.
Aus diesem Grund entschied sich darum nach der Vorstandswahl, die keine wesentlichen Veränderungen im Vorstand brachte, die Mehrheit für eine Anhebung des Beitrags von jährlich 12,- DM auf 18,- DM. Den Beitrag für fördernde Mitglieder will man bei 8,- DM .jährlich belassen, es jedoch dem einzelnen fördernden Mitglied überlassen, seinen Beitrag von sich aus zu erhöhen.

Am Dienstag, dem 13. März wurde nach dem Übungssingen von den aktiven Sängern dem Vorstand für die Frühjahrstagung des Wörpe-Wümme-Sängerbundes ein Auftrag erteilt:
"Der Vorstand soll sich dafür einsetzen, dass der nun auf 4 Chöre und einen Kinderchor zusammengeschmolzene W-W-Sängerbund wieder zu einem arbeitsfähigen Sängerbund wird, notfalls durch Zusammenschluss mit einer anderen Kreisgruppe."
Unser Antrag, vom Vorsitzenden mit sichtlicher Bestürzung aufgenommen, fand jedoch bei den Chorvertretern der meisten Chöre Verständnis und führte zu einer lebhaften Diskussion.
Der Vorsitzende der Kreisgruppe sagte zu, sich mit dem Sängerkreis Bremen in Verbindung zu setzen.
Diese Tagung des W-W-Sängerbundes war am 17. März.

Am 2. April, bei der Jahresversammlung des Sängerkreises Bremen, musste unsere Vertretung feststellen, dass der Kreisgruppenvorsitzende sich noch nicht mit dem Sängerkreis Bremen in Verbindung gesetzt hatte, ja, er war, obwohl Beisitzer im Vorstand des Sängerkreises Bremen, noch nicht einmal zu der Jahresversammlung erschienen.
Von Seiten des Sängerkreises bestünden keine Bedenken gegen einen Übertritt zur Kreisgruppe Osterholz-Scharmbeck, wurde unserer Vertretung erklärt.
Daraufhin wurde die Verbindung zum Vorsitzenden der Kreisgruppe Osterholz-Scharmbeck aufgenommen.

Am 27. November wurde von den Aktiven einstimmig der Übertritt zur Osterholzer Kreisgruppe beschlossen, und bereits am 28. November wurden wir auf der Versammlung der Vorstände und Chorleiter einstimmig in die Kreisgruppe Osterholz-Scharmbeck aufgenommen.
Auf der Herbstsitzung des W-W-Sängerbundes am 7. Dezember in Lilienthal wurde von uns der Austritt erklärt, so dass wir ab 1. Januar 1974 der Kreisgruppe Osterholz-Scharmbeck (dem alten Sängerbund Geest) angehören.

Unser fester Veranstaltungskalender umfasste wie jedes Jahr:
das Pfingstsingen auf dem Weyerberg, mit anschließendem Frühstück und Singen bei den Altersheimen,
das Bundessingen des W-W-Sängerbundes, diesmal und für uns letztmalig in Lilienthal,
das Worpsweder Schützenfest mit Ständchen beim König Gerd Pape und Beteiligung beim Pokalschießen
und das Singen bei der Altenweihnachtsfeier der Arbeiterwohlfahrt, diesmal bei Dreyer.

In diesem Jahre konnten drei Sangesfreunde mit ihren Frauen das Fest der Silberhochzeit feiern, Heinz Uffelmann, Heinz Krieb und Johann Kück. Ich glaube, alle drei Paare haben sich über Aufmerksamkeit und Glückwunsch gefreut.

Kück (Schriftführer)
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1974

"Gesang - Euch und uns zur Freude" hatten wir unserem Sängerball als Motto vorangestellt, und ich glaube, wir haben unseren Gästen mit unseren Vorträgen die gleiche Freude bereitet, die wir schon beim Erarbeiten der Lieder hatten.
Wir sangen im ersten Teil unter Leitung von Alfred Orgel:
"Das Glöckchen", "Stjenka Rasin" und "Petersburger Schlittenfahrt".
Im zweiten Teil, unter Leitung von Bernhard Wiedemann: "Ich weiß ein Fass", "Frater Kellermeister", "In jedem vollen Glase Wein".
Und im dritten Teil, wieder unter Leitung von Alfred Orgel: "0 Morettina", "Säbeltanz", "Heimat am Meer" (mit Frauenstimmen) und "Funiculi, Funicula".
In ausgezeichneter Stimmung und bei den flotten Weisen der Kapelle Meyer wurde wieder einmal ein echter Sängerball gefeiert.

Zur Hauptversammlung im Worpsweder Landhaus konnte der 1. Vorsitzende Arthur Ledertheil neben dem Dirigenten und 25 aktiven Mitgliedern auch 5 passive Mitglieder begrüßen.
In ihren Berichten konnten dann sowohl Schriftführer als auch Kassenwart von allen gern gehörte Dinge vermelden. Der Mitgliederbestand stieg von 120 auf insgesamt 128 Mitglieder, und der Kassenbestand sah Dank der 1973 beschlossenen Beitragserhöhung recht passabel aus.
Der gute Kassenbestand veranlasste Alfred Orgel die Anschaffung eines Tonbandgeräts zu erwägen.
Die Hauptversammlung stimmte dem Kauf zu und beauftragte den Vorstand, alles Weitere zu veranlassen.
Am 16. Februar wurde die Gemeinde auf Bezuschussung angeschrieben und bewilligte uns zum Kauf eines Tonbandgeräts einen Zuschuss von DM 500,00.
Bei den Wahlen ergaben sich keine Änderungen im Vorstand.

In seiner Vorschau empfahl Alfred Orgel als Motto für den Sängerball 1975 "Lieder und Tänze im Dreivierteltakt".
Wenn dieses Konzert zu einem Erfolg führen soll, ist es notwendig, dass an jedem Singabend jede Stimme mit 80 % vertreten ist.
Die Singfähigkeit muss auf jeden Fall bei jedem Singabend garantiert sein.
Alfred Orgel erklärt darauf seinen Beitritt als aktives Mitglied und bittet, auch weiterhin nach einem jüngeren Dirigenten Ausschau zu halten.

Der Punkt Verschiedenes nahm dann einen sehr breiten Raum ein und befasste sich mit Chordisziplin bei Übungsabenden und öffentlichen Auftritten, Unfallfragen bei Fahrten zu Veranstaltungen der Bundeschöre, Sitzung des erweiterten Vorstandes, Kassenschluss beim Sängerball, Krawatte oder Fliege, um Runden bei Geburtstagen oder aus irgend einem anderen Anlass, Liedwunsch eines Geburtstagkindes, Tonbandaufnahme vom "Musikalischen Nachmittag", Antrag auf Zuschuss an die Gemeinde, Tonbandgerät, Besuch in Dachsenhausen, Mundharmonikagruppe, Verbindung zum Wörpe-Wümme-Sängerbund, Körner Doppelquartett. Durch diese lebhafte Beteiligung konnte Arthur Ledertheil erst um 00.10 Schluss der Versammlung verkünden.

Zum Tag des Liedes wurde Worpswede zum Mittelpunkt des Kreisgruppe Osterholz-Scharmbeck. Die Chöre sangen an verschiedenen Plätzen im Ort, jeweils von einer Abordnung des MGV "Concordia" begrüßt, ein buntes Programm. Nach einer Erfrischungspause trafen sich dann alle Chöre der Kreisgruppe auf dem Schießstand. Für die Zuhörer war es ein Erlebnis, die zu Gemeinschaftschören zusammengefassten Frauenchöre, Gemischten Chöre und Männerchöre zu hören. Eine Veranstaltung dieser Art war in der alten Kreisgruppe nicht möglich, da diese außer einem Frauenchor und einem Männerchor nur aus gemischten Chören bestand.

Am Morgen des Pfingstsonntags trafen wir uns dann wieder, diesmal erstmalig um 7.00 Uhr, zum Pfingstsingen. Leider standen wir durch den Verlust dieser frühen Morgenstunde doch etwas unter Zeitdruck. Es war also diesmal nichts mit "gemächlich zum Frühstück schlendern" und dabei zwischendurch noch eben einige Lieder beim Altenheim "Alte Post" zu singen. Es fiel einigen Sangesfreunden doch schwer, sich von der Labeflasche zu trennen.
Nun gut. Das Frühstück bei Mengel mundete uns allen und die beiden anderen Altersheime kamen auch noch zu Ihrem Pfingstbesuch.
Den Abschluss unseren Pfingstmorgens erlebten wir dann wie gewohnt im Garten des "Kaffeehaus Niedersachsen", nur dass wir später dort ankamen. Unsere Zuhörer hatten aber geduldig auf uns gewartet.

Zum Bundessingen des Wörpe-Wümme-Sängerbundes in Grasberg hatten wir uns gern an unser Versprechen erinnert, die Verbindung zum alten Sängerbund nicht abreißen zu lassen. Wir traten in unserem alten Sängerbund zum ersten Mal als Gastchor auf. Man sollte auch in Zukunft bemüht sein, diese alte Verbindung nicht abreißen zu lassen.

Die Beteiligung am Schützenfest und ebenso am Erntefest ist für uns längst Bestandteil örtlicher Gemeinschaftspflege geworden. So beteiligten wir uns denn auch diesmal wieder an beiden Festen.

Das Hineinwachsen in eine neue Gemeinschaft ist in den meisten Fällen mehr ein Hineintasten. Weil wir erst einmal abwarten wollten, wie sich für uns der Start in die Kreisgruppe Osterholz-Scharmbeck entwickelte, hatten wir zunächst einmal beschlossen, von einer Herbstveranstaltung, sei es Fahrt oder Freimarktfeier, Abstand zu nehmen.
Kurz vor der Sommerpause wurde jedoch der Wunsch ausgesprochen, einmal ein Aalessen zu veranstalten.
Der Festausschuss setzte sich mit unserem Sangesfreund Hans Rummel in Verbindung, und am 5. Oktober führten wir dann in "Rummels Landhaus" dieses Aalessen mit anschließendem gemütlichen Beisammensein durch.

Bundessingen in Pennigbüttel
Am 19. Oktober erlebten wir dann das erste Bundessingen in der neuen Kreisgruppe. Es bestätigte sich wieder einmal, dass ein breiteres Angebot immer einen größeren Anreiz bietet.
Der anschließende Ball mit seiner Geselligkeit führte dazu, dass sich so manche Freundschaft anbahnte oder auch gleich geschlossen wurde.

Wenn unser 1. Vorsitzender Arthur Ledertheil am letzten Singabend vor dem Weihnachtsfest (12. Dezember) den Chor zur Jahresabschlussfeier bittet, wissen wir schon aus den Erfahrungen der letzten Jahre, dass er etwas Besonderes auf den Tisch zu legen hat.
So war es auch diesmal. Wir durften gemeinsam ein paar besinnliche Stunden verleben, an die uns die von Arthur Ledertheil verfasste und gedruckte Festschrift, um die uns manch anderer Verein beneiden würde, noch recht lange in dankbarer Erinnerung bleiben wird. Damit fand ein arbeitsreiches und freudenreiches Jahr seinen würdigen Abschluss.

Ein ausgefülltes Jahr ist vollendet.
Vom neuen Jahr erhoffen wir uns Genesung unseres Freundes Alfred Orgel, damit er uns als Freund und Berater erhalten bleibt.
Ein herzliches Dankeschön ihm und unserem Freund Bernhard Wiedemann für alle im vergangenen Jahr gehabte Mühe.
Wir aber wollen uns bemühen, das Erreichte weiter auszubauen und Disziplin und Beteiligung an den Singabenden und Auftritten noch zu verbessern.

Kück (Schriftführer)
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1975

1.2. Sängerball. Motto: Lieder und Tänze im Dreivierteltakt.
Der Beginn des Jahres stand ganz im Bemühen, für unseren erkrankten Chorleiter Alfred Orgel das von ihm erarbeitete Konzert zu meistern. Der Sängerball wurde aber von unserem alten Ehrendirigenten Bernhard Wiedemann hervorragend geleitet und war für die Sänger ein voller Erfolg.
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1976

Harte Arbeit und mancher zusätzliche Übungsabend lagen hinter uns, als wir am 7. Februar, zusammen mit der Quartettvereinigung Unterweser und dem Lokomotivführer-Gesangverein Bremen fast 100 Sänger, zu unserem Sängerballkonzert antraten.

Wohl nicht oft dürfte ein dörflicher Männerchor unserer Größenordnung ein solches Konzert auf die Beine stellen.
"Trösterin Musik" von Bruckner, "0 Isis und Osiris" von Mozart, "Die Nacht" von Schubert, "In stiller Nacht" von Brahms waren eine Huldigung an die alten Meister der Musik.
Als neuzeitlichere Kompositionen folgten: "Der Abend ist da" von Lang, "Das Lied der Berge" von Rabe, "Ich weiß ein Fass" von Ehrhard, "Frohsinn blühet in dem Becher" von Bein, "Funiculi-Funicula" von Zimmer und "Mexico" von Groll.
Die Gastchöre sangen: "Der Entfernten" und "Feldeinsamkeit" von Schubert und "Morgenrot" von Pracht.

Mit großem Erfolg und sehr gut besucht, wurde das Konzert dann noch einmal in der Aula der Mittelpunktschule am 14. März wiederholt. Das "Worpsweder Streichquartett" spielte zur Abrundung des Programms zwei Sätze aus dem Streichquartett in G-Dur von Haydn.
Alle Vorträge fanden reichen Beifall von Publikum und Presse.

In der Hauptversammlung am 12. Februar bekräftigte noch einmal der 1. Vorsitzende Arthur Ledertheil seinen Entschluss, sein Amt an einen Jüngeren abzugeben, sobald sich jemand dafür bereit finden würde.
Hugo Domreis erklärte sich bereit, die Funktion des 2. Schriftführers zu übernehmen, sonst ergaben sich keine Änderungen im Vorstand.

Der frühe Morgen des Pfingstsonntags sah dann, wie schon seit vielen Jahren, die frohe Schar der Sänger auf dem Weyerberg, um den Tag des Herrn zu besingen. Nach dem Frühstück im "Hemberg" warteten dann schon die Bewohner der Worpsweder Altersheime auf "ihre Lieder", und nach einem anschließenden Spaziergang über den Weyerberg ließen die Sänger diesen Pfingstmorgen mit Lied und Umtrunk ausklingen.

Wie schon seit langen Jahre nahm der Verein auch in diesem Jahr am Schützenfestumzug teil, brachte dem Schützenkönig ein Ständchen und beteiligte sich am Pokalschießen.
Dies war die letzte Beteiligung unseres Dirigenten Rene Prokesch, der uns zu Ruhm und Ehren führen wollte und nach der Sommerpause seine Verpflichtung aufkündigte.

Alfred Orgel erklärte sich sofort bereit, die Leitung des Chores wieder zu übernehmen, bis ein geeigneter Dirigent gefunden sei.

Schon bei der Jahresabschlussfeier hatte Arthur Ledertheil gebeten, ihn aus der Funktion des Vereinsvorsitzenden zu entbinden. Da es nicht leicht ist, für diese mit viel Opfer an Freizeit verbundene Tätigkeit einen geeigneten Nachfolger zu finden, waren mehrere Gespräche notwendig, bis sich Heinz Geffken bereit fand, diese Aufgabe zu übernehmen. Bei der Wahl fand er die Zustimmung der außerordentlichen Mitgliederversammlung und führt seit dem 10.8.1977 den Vorsitz im MGV "Concordia".

Auch am Erntefest beteiligten wir uns gern wieder. Nach dem Binden der Erntekrone sangen wir beim geselligen Beisammensein einige Lieder, bis die Unruhe im Saal zu groß wurde. Am Umzug nahm unser Festwagen teil, und der Chor sang beim Festakt an der Mittelpunktschule.

Arthur Ledertheil hatte eine Fahrt nach Dachsenhausen vorbereitet. Es ergab sich dann aber, dass das Interesse doch wohl nicht so groß war wie zunächst angenommen. Wir wären mit einem kaum singfähigen Chor dort erschienen, und so mussten wir die Fahrt abblasen.

Nun wurden Überlegungen angestellt, ob wir als Ersatz dafür eine Tagesfahrt machen sollten. Wir kamen dann überein, mit einem Bus zum Herbstsingen der Kreisgruppe Osterholz-Scharmbeck zu fahren und diese Veranstaltung als unser Herbstvergnügen zu feiern. Auf diese Weise konnte jeder ohne Rücksicht auf Auto und Führerschein feiern, sodass der Veranstalter, die Chorgemeinschaft Osterholz-Scharmbeck, in dieser Nacht wohl etwas später ins Bett kam als ursprünglich vorgesehen.

Am 14. Dezember machten wir uns, wie immer kurz vor Weihnachten, frei von allem Übungszwang und saßen gemütlich ein paar Stunden zusammen. Der Weihnachtsmann (Hermann Schütte) und Nikolaus (Heinz Fahron) brachten jedem eine Gabe, und mancher bekam auch seinen Senf dazu. Besinnliche und heitere Begebenheiten wurden vorgetragen, und so verging die Zeit im Fluge.

Ein ereignisreiches Jahr ist gegangen. Wir haben einen Dirigenten verloren, der uns, den aber auch wir nie ganz verstanden haben. Wir haben in unserem Freund Alfred Orgel einen Dirigenten wieder bekommen, wenn auch nur auf Zeit, mit dem wir keine Rätsel zu raten brauchen, auf den wir uns verlassen können.
Und jetzt lasst uns alle Mühe daran setzen, dass auch er sich auf uns verlassen kann und der nächste Jahresbericht wieder von Beteiligung berichten kann, die um 80 % liegt.

Zum Schluss möchte ich in unser aller Namen unserm lieben Freund Alfred und unserem lieben Freund Bernhard Wiedemann für ihren nie nachlassenden und selbstlosen Einsatz recht herzlich danken.

Kück (Schriftführer)
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1977

"Das Singen bringt groß" Freud" hatten wir unserem Sängerball als Motto vorangestellt. Das gelungene Programm bewies die Freude der Sänger am Singen und an der im Chor gepflegten Freundschaft. Etwas traurig stimmte uns allerdings der nur recht mangelhafte Besuch, besonders vermissten wir den sonst, aber leider wohl nur mit den Lippen, bekundeten Unterstützungswillen der übrigen örtlichen Vereine. Das hielt uns jedoch nicht ab, in gewohnter Weise unseren Sängerball bis in die frühen Morgenstunden zu feiern.
Im Konzertteil brachten wir im ersten Abschnitt "Ein lustiges Leben", "Bella Bimba", "Frohes Wandern", "La Morettina" und den "Säbeltanz".
Es folgten im zweiten Teil "Teure Heimat", "Barcarole", "An der Weser" und "Die Schwarzwaldmühle".
Wir beschlossen im dritten Abschnitt den Konzertteil mit der "Petersburger Schlittenfahrt", der "Schwarzwaldfahrt", "Chianti Lied" und "Nina", einem feurigen Csardas.
Sowohl die Zusammenstellung als auch die Durchführung des Programms fanden die Zustimmung unserer Zuhörer und brachten uns eine sehr gute Beurteilung der Presse.
Horst Gorny und seine Musiker heizten uns alle beim anschließenden Tanz gehörig auf und ließen uns die Stunden wie im Fluge vergehen.

Bei der Hauptversammlung am 15. Febr. im Vereinslokal, die mit 30 Sängern recht gut besucht war, zeugten die Berichte des Kassenwarts und des Schriftführers von einem regen und geordneten Vereinsleben.

Eine rege Diskussion und herbe Kritik entstand dadurch, dass viele Vereine Jahr für Jahr unsere Mitwirkung bei ihren Veranstaltungen fordern, selbst aber unseren Veranstaltungen fernbleiben. Hinzu kommt noch, dass bei unseren Auftritten es oft an der nötigen Ruhe im Saal fehlt.
Dass es auch anders geht, beweisen die Veranstaltungen der AW0, bei denen es, trotz vollen Saales, kaum Schwierigkeiten gegeben hat.

Die Stiftung Worpswede, als Teilhaberin am Überschuss der Bürgerparktombola, hatte uns gebeten, am 16. April an den Ständen auf dem Liebfrauenkirchhof zur Werbung für die Tombola zu singen. Wir verbanden diesen Auftritt mit einem geselligen Abend bei Rohdenburg in Trupermoor. Horst Gorny sorgte in hervorragender Weise mit seinem ebenfalls ausgezeichneten Mitarbeiter für gute Stimmung und frohe Tanzlaune.

Das Programm des Konzerts am 24. April bestand aus dem Programm vom Sängerball, erweitert um den "Nachtschwärmer" von Ziehrer.
Dazu sang Hans-Jürgen Höper, begleitet am Klavier von Hilda Bertelsmann, Lieder von Franz Schubert.
Ebenfalls ins Programm eingebaut wurde das Flötenkonzert von W. A. Mozart, gespielt vom Worpsweder Quartett.
Alles zusammen ergab dann ein gelungenes Konzert in der Aula der Mittelpunktschule Worpswede. Wenn auch der Besuch von etwa 100 Zuhörern für die Größe des Raumes etwas reichhaltiger hätte ausfallen können, kamen die anwesenden Gäste, wie der ausgezeichnete Bericht der Presse berichtet, zu einem guten Erlebnis. Der Beifall dankte uns und den Solisten, das Worpsweder Quartett eingeschlossen, für die gute Darbietung.

In der Frühe des Pfingstsonntags trafen, wie schon seit bald 100 Jahren, die Sänger auf dem Weyerberg zusammen, um die nun angebrochene schönere Jahreszeit zu besingen. Viele Zuhörer säumten den Platz vor der Schießhalle und sparten nicht mit Beifall.
Das Frühstück, das wir nun auch schon etliche Jahre im Hause Schwiebert-Meier zu uns nehmen, mundete allen prächtig.
Zum Sängerball konnten die Sangesfreunde Werner Meissner, Erwin Mayer, Hans Liedtke und Siegfried Paulsen für 25-jährige aktive Mitgliedschaft geehrt werden.
Ebenfalls anstehende Ehrungen für 25- jährige Förderung konnten wegen nicht gelieferter Nadeln nicht vollzogen werden.
Während des Frühstücks wurden nun die Abzeichen für 25-jährige fördernde Mitgliedschaft an Hans Hubert, Albert Reiners, Gerhard Stelljes, Heinz Oberhokamp, Herbert Haar, Heinz Schröder, Hermann Schröder und Eduard Nienstedt verliehen.
Nach dem Singen bei den Worpsweder Altersheimen und einem Spaziergang über den Weyerberg klang dieser Pfingstvormittag mit Lied und Umtrunk im Garten des "Kaffeehaus Niedersachsen" aus.

An den beiden Haupttagen des Worpsweder Schützenfestes waren die Concorden wieder dabei. Sie beteiligten sich mit Fahne am Festzug und brachten dem König Georg Kück das Königsständchen. Am Pokalschießen der Vereine waren wir ebenfalls mit einer Mannschaft dabei, leider ohne sichtbaren Erfolg.
"Hochzeit machen, das ist wunderschön", heißt es im Lied. Dass auch Silberhochzeitmachen schön ist, bewiesen unser Sangesfreund Hinni Grimm und seine Frau Berta, die uns um ein Ständchen zu ihrer Silberhochzeit gebeten hatten. Wir kamen dieser Bitte gern nach und blieben nach dem Ständchen noch zu einem kleinen (für einige auch größeren) Prösterchen zusammen.

Freud und Leid liegen im Leben dicht beieinander, so auch hier.
Unser langjähriger Sangesfreund und Ehrenmitglied Hugo Domreis und unser langjähriger Vorsitzender und Ehrenvorsitzender Karl Bürckel starben nach längerer Krankheit.
Beide um den MGV "Concordia" verdiente Ehrenmitglieder wurden von aktiven Sängern zu Grabe getragen.
Hugo Domreis wurde am 2. September, Karl Bürckel am 6. Oktober beigesetzt. Bei beiden Beisetzungen sang der Chor bei der Trauerfeier in der Zionskirche. Wir werden beide in guter Erinnerung behalten.

Nach dem Binden der Erntekrone sangen wir dann, wie auch in den Vorjahren, während des geselligen Beisammenseins.
Wir standen wohl noch alle etwas unter dem Eindruck der Trauerfeier für unseren Freund Hugo Domreis, umso störender wirkte auf uns die mangelnde Ruhe und Aufmerksamkeit im Saal. Durch die Unruhe im Saal sah sich schließlich unser Dirigent Alfred Orgel veranlasst, das vorgesehene Programm zu kürzen. Hoffentlich hat man beim Landwirtschaftlichen Verein gemerkt, warum dies geschah.
Der Vorstand des Landwirtschaftlichen Vereins war wiederholt gebeten worden, um Ruhe bemüht zu sein.

Am 4. September beteiligten wir uns mit Festwagen am Festzug des Erntefestes und sangen beim Festakt bei der Mittelpunktschule.
Am 10. September heiratete unser Sangesfreund Gerd Gloxin. Wir brachten dem Brautpaar während der Hochzeitsfeier ein Ständchen. Unser Vorsitzender wünschte dem Brautpaar viel Glück, der Braut eine milde Regierung und unserm Gerd "Junge komm bald wieder".
Das Brautpaar bedankte sich mit einem Umtrunk für Glückwünsche, Geschenk und Ständchen.

Am 15. Oktober war für die Kreisgruppe Osterholz-Scharmbeck das Herbstsingen im Saal der Bahnhofsgaststätte Oldenbüttel vorgesehen. Da wir am 22. Oktober mit unseren Frauen und Freunden des Vereins Freimarkt feiern wollten, wollten wir uns diesmal im Wesentlichen auf die Teilnahme am Konzert beschränken.
Wir sangen mit den Männerchören gemeinsam "Wohl ist die Welt so groß und weit" und als eigene Chorvorträge "Pferde zu vieren traben" und "La Morettina". Leider fehlten wieder einmal etliche Sänger, so dass der Chor kaum singfähig war.

Umso besser waren dann am 22. Oktober zur Freimarktfeier alle Stimmen besetzt. Gut besetzt war auch die durch den Festausschuss organisierte Tombola, ebenso das uns vom Wirt Rudi Schultze empfohlene kalte Büffet. Ich glaube, alle Teilnehmer dieser Feier waren sich wohl darin einig, zu diesem Preis noch nirgendwo auch nur in etwa ein so reichhaltiges Angebot erlesener Köstlichkeiten geboten bekommen zu haben.
Die "Wörpe-Boys", darunter ein weiblicher, sorgten für guten Ton und gute Stimmung, und brachten uns in Schwung und auch an die Theke.
Es wird erzählt, dass es auf dem Nachhauseweg für einige der frohen Runde leichte Schwierigkeiten gab.

Leichte Schwierigkeiten sollte es dann auch am 4. November beim Konzert des Sängerkreises Bremen geben.
An diesem Konzert waren 16 Chöre des Sängerkreises Bremen beteiligt. An 8. Stelle im Programm war unser Auftritt vorgesehen mit "La Morettina" und dem "Säbeltanz".
Für den Vortrag von "La Morettina" dankte uns das Publikum mit Beifall, wie er bis dahin nicht vergeben worden war.
Und dann sollte der "Säbeltanz" kommen. Aber selbst nach Wiederholung fand der Chor nicht den Einsatz, und Alfred Orgel tat das in einem solchen Fall einzig Richtige. Er brach ab.
Der Bericht im Weser Kurier erwähnte diesen Abbruch nicht, und wir bekamen für "La Morettina" eine sehr gute Kritik. Etwas geknickt waren wir dennoch alle.

Es ist uns immer wieder eine Freude, mit welcher Aufmerksamkeit ältere Mitmenschen unseren Liedvorträgen zuhören. So war es auch wieder am 3. Dezember bei der Adventsfeier der AW0.
Es war den Zuhörern anzumerken, dass sie uns nach unseren beiden Auftritten am liebsten in ihrer Mitte behalten hätten.

Das DRK Hepstedt hatte uns über unseren Dirigenten Alfred Orgel gebeten, eine vorweihnachtliche Feier mit Chorvorträgen mitzugestalten. Die Sänger waren, zum Teil auch wohl im Hinblick auf unser noch lange nicht voll erarbeitetes Sängerballprogramm, nicht so einfach für diese Sache zu überzeugen. Selbst der von Hepstedt angebotene Zuschuss für unsere Vereinskasse konnte unsere Mitglieder zunächst nur dahin bringen, dass man der Meinung war, man könne doch wohl zu einer solchen Veranstaltung nicht so ohne weiteres eine Absage geben, und so entschlossen wir uns zuzustimmen, falls wir abgeholt würden.
Das geschah, und so fuhren wir am 8. Dezember nach Hepstedt. Der Saal war gründlich bis auf den letzten Platz gefüllt, und uns blieb keine andere Wahl, als aus der offenen Saaltür heraus, in ein sich ungeniert unterhaltendes Publikum hinein unser Programm abzuwickeln. Mit stark erhöhter Lautstärke gelang uns dies auch, und zum Beifallgeben verstummten sogar die Gespräche.

Um die Übungsabende für die Vorbereitungen des Sängerballprogramms frei zu halten, begingen wir unsere Jahresabschlussfeier am Freitag, dem 16. Dezember. Nach einem vorzüglichen Essen, es gab für alle, die es vertragen konnten, "Ente satt", kamen Weihnachtsmann und Knecht Ruprecht (Hermann Schütt und Heinz Fahron) und brachten jedem eine Gabe. Weihnachtslieder und Vorträge versetzten uns bald, zum Teil auch wohl die Getränke, in eine aufgelockerte Stimmung und ließen den Ernst des Übungsalltags vergessen.
Ein arbeits- und erfolgreiches Jahr liegt hinter uns. Wenn auch unser lieber Alfred manches Mal über unregelmäßigen Besuch in einigen Stimmen murrte, ist es dennoch, so finde ich, jedenfalls ein recht passables Jahr geworden.
Alleine schon der Umstand, dass wir neue und junge Stimmen gewinnen konnten, wir haben jetzt wieder 2 Sänger unter 25 Jahren in unserer Mitte, lässt uns mit Zuversicht in die Zukunft blicken.
Die Hauptarbeit zu unserem Erfolg als Chor hat jedoch unser Dirigent Alfred Orgel immer wieder geleistet.
Ihm und dem immer zum Einsatz bereiten Sangesfreund Bernhard Wiedemann gilt darum nicht nur heute unser ganz herzlicher Dank.

Zum Schluss meines Berichtes möchte ich allen Aktiven für den Einsatz in Sachen Lied danken und ihnen stets viel Freude am gemeinsam Erarbeiteten wünschen.

Kück (Schriftführer)
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1978

Der Sängerball eröffnete am 03. Februar den Reigen der Veranstaltungen. Leider mussten wir wieder einmal feststellen, dass von der einst so verheißungsvoll begonnenen Abstimmung der Termine bei den Veranstaltungen der Vereine nicht mehr viel übrig geblieben ist. Aber obwohl der Besuch sehr zu wünschen übrig ließ, kam die Sängerfamilie, Concorden und ihre Freunde, in jeder Beziehung zu einem erfreulichen Sängerball.
Im Programm brachten wir im 1. Teil das "Schifferlied", "Sturmbeschwörung", "Rolling Home" und "Seemann, deine Heimat". Im 2. Teil folgten dann: "Junge komm bald wieder", der "Hamborger Veermaster" und "Kari waits for me". Unsere Vorträge fanden den Beifall unserer Gäste, und die Kapelle Horst Gorny ließ uns dann bis in den frühen Morgen bei flotten Weisen und in froher Stimmung das Tanzbein schwingen.
Leider verlangt der stumpfe Saalfußboden allen Tänzern eine gehörige Portion sportliche Kondition ab, selbst reichlich gestreute Seifenflocken halfen da nicht viel, führten aber wohl bei manchen zu einem rasanten Abfahrtslauf auf den Treppenstufen zwischen Saal und Gasträumen. Hoffentlich ändert sich da einiges, ebenso mit der Saalheizung, wenn ein neuer Wirt in die Räumlichkeiten einzieht.

Die Hauptversammlung, sie war mit 35 Sängern sehr gut besucht, konnte wegen Erkrankungen erst am 28. März durchgeführt werden.

Um die Beitragsregelung gab es dann eine rege Diskussion.
Die Abstimmung ergab dann:
Beitrag für Aktive: 30 DM
Beitrag für Fördernde: 12 DM
Da zum Sängerball die Nadeln trotz rechtzeitigen Antrags nicht in unseren Händen waren, wurden die Ehrungen in der Hauptversammlung vorgenommen:
Hermann Schütt für 50 Jahre, Heinz Geffken und Heinz Krieb für 25 Jahre aktive Sängertätigkeit.

Die Bekanntgabe des Sängerballtermins am 3. Februar löste eine lebhafte Diskussion aus, und man kam zu dem Schluss, dass uns außer dem Hotel "Stadt Bremen" trotz aller Unzulänglichkeiten gar keine andere Möglichkeiten zur Verfügung stehen. Es wurde die Hoffnung ausgedrückt, dass uns bei einem in Aussicht stehenden Wirtswechsel vielleicht positive Änderungen ins Haus stehen.

Am 5. Mai fuhren wir mit dem uns zur Verfügung gestellten Bus nach Bremen, und sangen auf dem Liebfrauenkirchhof zur Untermalung der Bürgerparktombola.
Vom Spielmannzug unserer Freiwilligen Feuerwehr, die vor uns nach Bremen geholt worden war, hörten wir noch den letzten Marsch, und brachten dann unser buntes Liedprogramm. Viele Zuhörer kamen bald zusammen und blieben zum größten Teil bis zum Abschluss unserer Vorträge. Ein Ansporn für uns war ebenfalls, dass in den Fenstern der umliegenden Häuser immer wieder, vielfach aus ihrer Berufsarbeit heraus, Leute erschienen, um uns zuzuhören. In der Pause reichte uns Hermann Schütt, der an diesem Tag Geburtstag hatte, mit Unterstützung seiner Gattin eine Schnapsrunde.

Am 1. Pfingsttag sah man, wie an anderen Tagen um diese frühe Stunde wohl sehr selten, viele Menschen auf dem Weg zum Schießstand auf dem Findorffberg. Wen wundert es, da doch unter ihnen viele Sänger des MGV Concordia waren, und alle unterwegs zum traditionellen Pfingstsingen auf dem Weyerberg.
Um 6.00 Uhr in der Pfingstfrühe wurde dem lieblichen Fest ein bunter Melodienstrauß dargebracht. Viele Zuhörer finden sich schon seit langen Jahren zu diesem kleinen Konzert ein, erfreuen sich an unseren Liedvorträgen und machen, während wir uns im Gasthof "Zum Hemberg" mit einem verdienten Frühstück stärken, einen Spaziergang in die wiedererwachte Natur. Viele von ihnen treffen wir nach unseren Ständchen bei den Altersheimen dann beim Endziel unseres Pfingstspazierganges, dem Kaffeehaus "Niedersachsen", wieder. Hier endet alljährlich bei Lied und Umtrunk unser Pfingstprogramm.

Das Schützenfest am 28./29. Mai hatte für uns eine besondere Bedeutung, galt es doch diesmal, den Sonnenkönig würdig abzuholen, und dieser "Sonnenkönig" war kein Geringerer als unser langjähriger aktiver Sänger Heinz Kommerau. Wir brachten ihm bei seinem Elternhaus ein Ständchen und wurden von seinem Hofstaat aufs Beste bewirtet.
Ich glaube, Opa Karl hat sich bannig gefreut, uns alle mal zu Besuch zu haben.
Der Verein nahm mit Fahne beim Umzug teil, und stellte zum Pokalschießen eine Mannschaft. Leider ohne sichtbaren Erfolg, oder haben die anderen Vereine vielleicht sogar ihre Mannschaften eine Wildschützenschule durchlaufen lassen? Aber was soll"s, Hauptsache, dabei gewesen.

Der Festausschuss hatte sich etwas einfallen lassen, er tut es oft, und muss es auch. Wir machen eine Fahrt ins Blaue, hieß es. Eine fröhliche Busgesellschaft setzte sich am 8. Juli in Bewegung und landete in Cloppenburg zur Besichtigung des Museumsdorfes.
Auf der Rückfahrt wurde in Oyten Halt gemacht und kräftig das Tanzbein geschwungen. Alle Teilnehmer waren begeistert und lobten die gute Organisation.

Wie schon gewohnt, nahmen wir auch wieder am Erntefest teil. Am Freitag, dem 1. September sangen wir nach dem Binden der Erntekrone und verbrachten gesellige Stunden mit den Freunden vom Landwirtschaftlichen Verein bei Musik und Tanz. Am Haupttag, Sonntag, dem 3. September, beteiligten wir uns mit einem Festwagen beim wieder einmal sehr schönen Festzug und sangen beim Festakt auf dem Parkplatz der Mittelpunktschule einige Erntelieder.
Herr Pastor von Glahn bat uns, da der Kirchenchor zu der Zeit nicht voll einsatzfähig war, beim Erntedankgottesdienst die Stelle des Kirchenchores zu übernehmen. Wir kamen dieser Bitte gern nach und sangen am 1. Oktober im Erntedankgottesdienst Erntelieder.

Die Absprache mit dem "Gemischten Chor Moorende" hatte als Ergebnis ein gemeinsames Konzert. Dieses Konzert fand im Rahmen der Jubiläumswoche der ehemaligen Gemeinde Worphausen am 7. Oktober statt. Es wurde für beide Chöre zu einem guten Erfolg, besonders unser Chor bekam von der Presse eine ausgezeichnete Kritik.

Zwei Wochenenden standen damit schon im Zeichen des Chorvortrages.
Das dritte Wochenende sollte noch hinzukommen.
Am 14. Oktober war das Herbstsingen des Sängerbundes Geest im "Lindenhof" in Pennigbüttel. Wir sangen als Gemeinschaftslied für Männerchöre unter der Leitung von Alfred Orgel "Es zogen auf sonnigen Wegen". Als Chorvortrag brachten wir "Kari waits for me" und "Nina". Die Presse schrieb dazu: "Auch dieser Beitrag des MGV Concordia Worpswede unter Leitung von Alfred Orgel war ausgezeichnet!"
Im Großen und Ganzen muss man feststellen, dass das Leistungsniveau der Chöre langsam, aber stetig ansteigt.

Gerhard Sobottka und seine Frau Elly hatten uns gebeten, ihnen zu ihrer Silberhochzeit die "Ehre anzutun" und einige Lieder zu singen. Da Alfred Orgel nicht im Ort war, übernahm Bernhard Wiedemann die Überarbeitung der vom Silberbräutigam gewünschten Lieder, und unter Alfred Orgels Leitung ging das Ständchen fehlerlos über die Bühne, als wäre hier nur eine Dirigentenhand am Werk gewesen. Oder sind wir diesmal besonders aufmerksam gewesen? Das Silberpaar bedankte sich mit herzlichen Worten für unseren gern gegebenen Auftritt und lud uns zum Umtrunk.

Für den 8. Dezember hatte uns unser Sangesfreund Hans Rummel zur Silberhochzeit eingeladen. Die Feier fand in dem uns schon bekannten Lokal von Kalli Rhodenburg statt.
Bereits nachmittags setzte Glatteis ein, und abends waren alle Straßen so vereist, dass der Vorstand für die Fahrt in eigenen Fahrzeugen keine sichere Möglichkeit mehr sah und das Ständchen absagte. Das Brautpaar hat sein Ständchen am nächsten Singabend bei Haar bekommen, wo auch Blumenstrauß und Geschenk überreicht wurden.

Am 9. Dezember trugen wir wieder mit einigen Liedern zum Adventsprogramm der AW0 Worpswede bei. Es ist erstaunlich, wie es dieser Gruppe gelungen ist, so viele ältere Menschen aus ihrer Lethargie, wie sie andernorts meistens zu finden ist, zu lösen, und sie immer wieder zum frohen Mitmachen bringt.

Den Abschluss unseres Veranstaltungsreigens brachte dann unsere Weihnachtsfeier im Gasthof "Zum Hemberg". Nach dem Essen erschien der Weihnachtsmann (Hermann Schütt) persönlich. Er hatte seinen Knecht Ruprecht (Heinz Fahron) mit einem großen Sack mitgebracht, und beide verteilten dann - verbunden mit einem Vers für jeden Sänger - Geschenke an alle. Sie versäumten auch nicht, den Koch des Hauses, Kurt Meyer, aus seiner Küche herauszurufen und ihm für das köstliche Mahl zu danken. Auch er bekam ein Geschenk überreicht. Unser neuer Chorleiter Heiner Wajemann nahm an dieser Feier teil, und wir hatten den Eindruck, dass es ihm gefallen hat.

Ein Jahr liegt wieder einmal hinter uns. Es hatte für uns vieles bereit, reichlich Arbeit am Lied, schöne Erfolge, und was sehr wichtig ist, gutes Einvernehmen zwischen allen. Unserem Alfred Orgel danken wir noch einmal für alles durch seine eiserne Arbeit mit dem Chor Erreichte. Unserem Bernhard Wiedemann gilt ebenfalls unser Dank dafür, dass er immer da war, wenn er gebraucht wurde.
Zum Schluss meines Berichtes möchte ich dem Chor und seinem neuen Dirigenten die Harmonie wünschen, die erst große Leistungen ermöglicht.

Kück (Schriftführer)